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"Wo sind die Herren Grass?"

Drei Entwicklungen vor allem haben die DW-WORLD-Leser in den letzten Tagen bewegt: im Irak, in Elfenbeinküste und in den Niederlanden. Und die Meinungen darüber sind durchaus kontrovers.

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Elfenbeinküste

Wie sind wir doch über die ewigen Kriegsspielereien abgestumpft! Was sind "Truppen"? Wer denkt noch daran, dass derlei Pauschalisierungen das Elend, dem die einzelnen Soldaten jeweils ausgesetzt sind, anonymisieren. Was hinter den Vorgängen da unten wirklich steckt, begreift hier oben ohnehin keiner. Zu fragen wäre demnach eher, ob es nicht womöglich angebracht sei, jene, die sich anmaßen, derlei Einmischungen vom Büro aus zu organisieren - nein, nicht zurückzuziehen, sondern davonzujagen. (Bernd Behr)

Aus meiner Sicht ist es nicht gut, dass Frankreich den Konflikt lösen will oder soll. Es handelt sich um die ehemalige Kolonialmacht und eine Neutralität ist dadurch nicht gegeben. Die UNO könnte versuchen zu ergründen, weshalb es zum Militärputsch Weihnachten 1999 kam, der all diese Unruhen mit denen man es hier zu tun hat, nach sich gezogen hat. Erst wenn diese Ursache festgestellt wurde und sich die Schuldigen dazu bekennen, kann man beginnen, gemeinsam eine Lösung zu finden. Es gab vor 1999 niemals Krieg in der Côte d'Ivoire. Es ist schade, dass diesen wunderschöne Land nun so zerstört wird und ich bete für einen baldigen Frieden in dem Land. (Christa Sery)

Ich beobachte seit 1993, was sich politisch in Elfenbeinküste tut. Es ist wohltuend, Ihre Einschätzung zu lesen, die auch meine ist. (…) Wenn man die wirtschaftlichen Verflechtungen sieht (meine ivorischen Freunde haben mir einiges dazu erklärt, auch, welche französischen Minister dort Aktionäre sind), dann ist das neokolonialistische Verhalten Frankreichs klar! Und warum die Lage eskaliert und der Hass auf die französische Politik immer größer wurde. Für mich ist die französische Politik hauptverantwortlich für diese Krise und gewalttätigen Ausschreitungen. (…) Ich habe es außerdem für ein Unding gehalten, dass Frankreich Mediator eines sog. Friedensabkommens ist - als Kolonialherr -, das sollte doch besser ein neutrales Land sein. (Susanne Klose)


Irak

Kofi Annan soll UNO-Truppen in den Irak senden, um die Terroristen, Selbstmörder und andere Elemente aus dem Irak vertreiben zu können. Die Amerikaner könnten dann mit ihren Truppen abziehen. Nicht auszudenken, wenn die Terroristen ans Ruder kommen könnten, weil die UNO es nicht schafft, die Terroristen zurückzudrängen, dann wäre es besser, den Massenmörder Saddam Hussein wieder zu aktivieren. Dieser würde nach altbewährtem Muster für Ruhe und Ordnung im Irak sorgen! (Erwin Blankenburg)

Die US-Militäroffensive in Falludscha zur "Befriedung des Irak" ist mir genauso unverständlich wie ihr phantasievolles Motto "Operation Phantom Fury". (Manfred Salewski)

Wenn Irak in Afrika liegen würde und hätte kein Öl, dann wäre es dem Amis egal wer dort an der Macht wäre, auch wenn der Machthaber das einige Volk ausbluten würde (…) (Franz Kraemer)

Der Krieg, der "gewonnen", aber nicht beendet wurde, ist wohl letztlich nicht zu gewinnen! Es muss dringend eine alternative Strategie her. Der Wahlsieg von Bush - leider hatte Kerry keine konkrete Alternative zum Krieg im Irak - macht das Problem nicht einfacher. Paradox: Wenn Bush jetzt ungeduldig wird und weitere Fehler macht, die viel Blut kosten werden, wird ggf. ein Ausweg schneller gefunden werden können. (Dr. Johannes Posth)


Multi-Kulti-Gesellschaften

Zunächst einmal müssten Sie vielleicht den Begriff "Multi-Kulti-Gesellschaft" definieren. Ist der vornehmlich türkisch bewohnte Stadtteil ein Multi-Kulti-Viertel, oder die Schule mit einem hohen Ausländeranteil ? Ich glaube in beiden Fällen ist die Antwort NEIN, denn gemeinsames Kennzeichen (jedenfalls aus meiner Erfahrung) ist die (selbstgewählte) Separation. (…) Mein Fazit: Eine gewisse Wachsamkeit ist angesagt. Man darf nicht zulassen, dass einzelne Gruppen sich isolieren. Wenn jemand die Scharia als höchstes Rechtssystem ansieht, dann sollte er/sie es sich noch einmal überlegen, ob ein demokratisch verfasstes Land wie Deutschland der richtige Ort für ihn/sie ist. Und Deutschland sollte sich das auch überlegen. (Martin Hoffmann)

Ich bin selbst ein gebürtiger "Ausländer", der seit 34 Jahren in Deutschland lebt und arbeitet. Meine sehr persönlichen Erfahrungen mit den Gastgebern sind durchweg gut. Nur: Das friedliche Miteinander-Auskommen setzt selbstredend Toleranz voraus. Eine Toleranz, die für ALLE Beteiligten gelten müsste! Und dass man sich stets als Gast an die Regeln des Gastlandes hält. (…) … was in den Niederlanden heute geschieht, könnte sich als harmlos erweisen im Vergleich zu künftigen Ereignissen - wie gesagt: wenn man die hochgepriesene Toleranz im Stich lässt! (Stefan Tratsis)

(…) Wer hier lebt, hat sich unseren Regeln anzugleichen - trotz aller Verschiedenheit - wir müssen das im Ausland auch, wenn wir dort leben, egal wo. Kein Franzose oder Amerikaner würde wegen uns Deutsch lernen - und die übrigen sowie so nicht. ( Elfi Stöber)

Multikulti-Gesellschaft ist ein Witz! Es haben sich Parallel-Gesellschaften entwickelt. die die westlichen Werte wie Toleranz, Meinungsfreiheit als eine Schwäche sehen. Der Begriff Multikulti ist absolut falsch, wir können nur von einer Duokulti-Gesellschaft reden, d.h. die Moslems und der Rest der Welt. Wann erwachen wir endlich, wieso sind die deutschen Intellektuellen so schweigsam, wo sind die Herren Grass ? Es wird immer darauf verwiesen, dass es sich um Einzeltäter handelt, aber Hitler hat auch mal als Einzeltäter angefangen. (Frank Reijs)

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  • Datum 13.11.2004
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