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Wirtschaft

Wo sich Investoren am wohlsten fühlen

Unternehmen treffen einer Weltbank-Studie zufolge nirgendwo sonst auf bessere Bedingungen als in Singapur und Hongkong. Deutschland hat sich im Ranking weiter vorgearbeitet und liegt jetzt vor Japan.

Singapur bei Nacht (Foto: picture alliance)

Singapur - Platz Eins im Weltbank-Ranking

Es ist der jährliche Weltbank-Report "Doing Business", aus dem hervorgeht, dass Deutschland nun unter die Top 20 beim Geschäftsklima vorgerückt ist. Die Experten der Weltbank haben insgesamt 183 Staaten auf Reformen "abgeklopft". Kurzum: Es ging darum, herauszufinden, wie schnell und mit welchen Kosten ein Unternehmen gegründet und betrieben werden kann.

Die Exportnation Deutschland hat sich weiter verbessert, das Land nimmt nun Platz 19 ein. Damit liegt es zwar hinter Großbritannien (Platz sieben), aber weit vor Staaten wie Frankreich (29), Spanien (44) und Italien (83). Gleich nach Deutschland folgen Lettland, Estland und Litauen. Bester EU-Staat im Ranking ist Dänemark auf Platz 5. Von den großen Schwellenländern liegt China mit Platz 91 an der Spitze. Russland belegt Rang 120. Die größten Fortschritte erzielten dem Report zufolge Marokko, Moldawien und Mazedonien.

Einige afrikanische Länder haben sich verbessert

In Deutschland, so Konjunkturexperte Jörg Hinze vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) im Gespräch mit DW-WORLD.DE, hätten sich in den vergangenen Jahren die Genehmigungswege deutlich vereinfacht: "Von daher sind die Möglichkeiten auch in Deutschland zu investieren für ausländische Investoren besser geworden."

Stapel Akten auf einem Schreibtisch (Foto: dpa)

Zu viel Bürokratie erstickt Unternehmergeist

Bürokratische Hürden sind in vielen Ländern nach wie vor ein Hindernis für ausländische Unternehmen: Von der Anmeldung ihres Geschäfts angefangen, über das Ergattern einer Baugenehmigung, den Zugang zu Krediten, die Abwicklung der Steuererklärung bis hin zu den Kosten für den Stromanschluss. In diesem Bereich haben sich auch die afrikanischen Länder südlich der Sahara verbessert. Dazu gehören die Kapverdischen Inseln, die sich schon in den vergangenen Jahren einen Ruf als reformeifriger Staat erworben haben. Auch Sierra Leone und Burundi zählen dazu. Allerdings starten die afrikanischen Staaten von einem niedrigen Niveau. Burundi liegt zum Beispiel auf Platz 169 der Weltbank-Rangliste.


Bürokratie ist in vielen Ländern ein Hindernis

Je ärmer ein Land ist, desto größer sind auch die Hindernisse durch den "Amtsschimmel", der Unternehmer zur Verzweiflung treibt. In vielen Ländern Afrikas und auch des Nahen Ostens, so geht aus dem Weltbank-Report hervor, wird der Unternehmergeist durch zähe Bürokratie erstickt. Einfache Auskünfte über Gebührentabellen für Firmengründungen oder Baugenehmigungen seien vielfach nur zu erhalten in einem persönlichen Treffen mit dem zuständigen Beamten.

Eine Agentur für Arbeit (Foto: AP)

Weniger Regulierung auf dem Arbeitsmarkt

Der südostasiatische Stadtstaat Singapur konnte seine Spitzenposition nunmehr das sechste Jahr in Folge halten – vor Hongkong und Neuseeland. Diese Staaten, so Jörg Hinze vom HWWI, hätten auch noch eine höhere Dynamik, was das Wirtschaftswachstum anbelange: "Sie sind teilweise, jedenfalls was den Arbeitsmarkt betrifft, weniger reguliert als Deutschland."

Deutschland habe zwar auch in Sachen Arbeitsmarkt in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht, was die Deregulierung angehe, aber, so Jörg Hinze: "Die südostasiatischen Länder sind noch weniger reguliert, was natürlich unter sozialen Gesichtspunkten nicht unbedingt vorteilhaft sein mag."

Autorin: Monika Lohmüller (mit afp,dpa)
Redaktion: Henrik Böhme

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