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Pressemitteilungen

„Wo Information zur Waffe wird, ist Frieden praktisch unmöglich“

„Wir dachten, die Digitalisierung bringe das goldene Zeitalter des freien Zugangs zu Information. Tatsächlich stehen wir vor vielen Herausforderungen.“ Das sagte Programmdirektorin Gerda Meuer auf dem GMF in Bonn.

Zu diesen Herausforderungen gehöre es, glaubwürdig zu bleiben und überprüfbare, objektive Informationen zu erhalten und zu verbreiten. „Wir haben Korrespondenten in aller Welt, die uns zum Teil unter schwierigsten Bedingungen Informationen liefern, die unseren Werten und Standards entsprechen“, sagte Meuer.

„Selective Truth“ – so lautete das Thema des Panels, an dem auch Baher Mohamed von Al Jazeera teilnahm. „In Ägypten und anderen Ländern in Nahost sehen die Menschen in Journalisten Spione“, sagte er. Das spalte eine Gesellschaft. Und in einer Gesellschaft mit zensierten Medien gebe es keinen Raum für einen offenen Diskurs.

Durch die Entwicklung der Kommunikationstechnik und speziell durch die Sozialen Medien sei „das Problem nicht kleiner, sondern größer geworden“, sagte Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz. Konflikte zu vermeiden oder zu beenden, sei „umso schwieriger, je geringer das Bemühen um ein gewisses Maß an objektiver Berichterstattung sei. Wo Information als Waffe eingesetzt wird, ist Frieden praktisch unmöglich“, so Ischinger. Dies sei deshalb schwerwiegender, da Konflikte heute von einer Vielzahl staatlicher und nicht-staatlicher Akteure bestimmt würden.

In der zunehmenden Informationsflut empfehle seine Organisation eine Vielfalt an Stimmen, so der OSZE-Vertreter Frane Maroevic. „Wir plädieren für Medienpluralismus. Wir sollten den Menschen eine Vielzahl an Meinungen bieten.“

Alexey Nikolov, Chef des russischen Senders RT, verwies hingegen darauf, dass die Menschen nach seiner Auffassung „diejenigen Stimmen auswählen, die sie hören wollen“. Das Paradoxe sei daher, dass „je mehr Informationen wir bekommen, desto weniger Informationen bekommen wir“, so der RT-Vertreter.

Dass es Information im Überfluss gebe, erfordere vor allem Medienkompetenz, um Fakten von Fiktion und Propaganda von objektiver Berichterstattung unterscheiden zu können, so Maroevic.

Im Zuge der Digitalisierung dürfe man „die wichtige, vitale Rolle der Journalisten in einer Gesellschaft nicht aufs Spiel zu setzen“, so OSZE-Vertreter Maroevic. „Stellen Sie sich nur einen Tag ohne Medien vor: Alles wäre lahmgelegt“, fügte Al-Jazeera-Vertreter Mohamed hinzu.

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