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Bildung

Wo Geschichte greifbar ist: die Universität Heidelberg

Alt, ehrwürdig und berühmt - keine deutsche Hochschule schneidet international so gut ab wie die Uni Heidelberg. Das liegt auch an ihren Forschungen, in denen sie "die großen Fragen der Menschheit" beantworten will.

Alte Universität in Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland

Universität in Heidelberg Deutschland

Weltoffen und diskutierfreudig - dieser Ruf eilte der Universität Heidelberg seit ihrer Gründung im Jahr 1386 voraus. Kein Wunder, dass der Hörsaal der Artistenfakultät am 26. April 1518 aus allen Nähten platzte, als Martin Luther hier seine revolutionäre, neue Theologie vorstellte. Doch viele Professoren blieben skeptisch. Erst knapp vierzig Jahre später bekannte sich die Hochschule zur Reformation.

Für die Studenten brachen nun bessere Zeiten an. Sie durften auf die vorgeschriebene Tracht - die bodenlangen, weiten Talare - verzichten und normale bürgerliche Kleidung tragen. Als Studenten der altehrwürdigen Universität waren sie dennoch sofort zu erkennen. Viele trugen den Kopf ziemlich hoch, denn sie waren stolz, an der ältesten deutschen Universität studieren zu dürfen. Aus Heidelberg kam schließlich die Bildungselite des späten Mittelalters: Ärzte, Theologen, Juristen und Lehrer. Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden sie in den vier Fakultäten Theologie, Recht, Medizin und Philosophie ausgebildet.

Volluniversität mit langer Tradition

Der deutsche Psychiater und Philosoph, Karl Jaspers *Aufnahme: Fritz Eschen

Schon der Philosoph Karl Jaspers lehrte hier

Heute ist die "Ruperto Carola", wie die Lateiner sie liebevoll nennen, eine Volluniversität mit breitem Fächerspektrum. Es gibt zwölf Fakultäten mit mehr als 100 Studienfächern und rund 30.000 Studenten. Mit ihrem "Bekenntnis zur Volluniversität" gelang den Heidelbergern 2007 zum ersten Mal der Sprung in die Riege der Exzellenzuniversitäten Deutschlands. Dabei führte sie nicht nur ihre lange Geschichte und berühmte Forschungstradition ins Feld. Immerhin lehrten hier der weltbekannte Soziologe Max Weber, der Chemiker Robert Bunsen und der Philosoph Karl Jaspers. Die Hochschule nimmt vielmehr für sich in Anspruch, "die großen Fragen der Menschheit" zu beantworten.

Dazu gehören für die Heidelberger etwa molekular- und zellbiologische Forschungen, um künftig Krankheiten besiegen zu können, oder globale Studien zu religiösen und sozialen Konflikten, um unsere Welt friedlicher zu gestalten. Auch psychologische Fragen nach dem Zusammenspiel bewusster und unbewusster menschlicher Handlungen und Emotionen beschäftigen die Heidelberger Wissenschaftler. Dass sie dabei über Fächer- und Ländergrenzen hinweg gemeinsam forschen, brachte der Hochschule auch in der Ausscheidung 2012 wieder den Titel einer sogenannten "Elite-Universität" ein.

Förderung der Juniorprofessuren

Außerdem kümmert sich die Universität Heidelberg sehr um ihren wissenschaftlichen Nachwuchs. Sie unterstützt nicht nur die Einführung sogenannter Juniorprofessuren, sondern bietet auch Seminare an, die die jungen Professoren auf ihre Arbeit vorbereiten und ihnen helfen, Lehre und Forschung miteinander zu vereinbaren. In drei Graduiertenschulen für fundamentale Physik, für mathematische und computergestützte Methoden sowie für Molekular- und Zellbiologie arbeiten Doktoranden verschiedener Fachrichtungen zusammen.

Gaststudenten sind willkommen

Mensa der Universität Heidelberg @Wikipedia

Die Mensa ist ein beliebter Treffpunkt

Das studentische Leben spielt sich mitten in der Altstadt Heidelbergs ab, viele der barocken Gebäude gehören zu den Einrichtungen der Uni. Die Wege sind kurz auf dem Innenstadtcampus, und die innenstadtnahen Neckarwiesen laden zum Entspannen, Plaudern und Grillen ein. Nur die technischen und medizinischen Fächer haben einen weiteren Weg: Ihr Campus, das Neuenheimer Feld, liegt etwas außerhalb der Altstadt.

Etwa jeder Fünfte der Heidelberger Studierenden kommt aus dem Ausland. Auch das hat Tradition: Die ausländischen Gaststudenten sind in der ehemaligen Residenzstadt schon seit vielen Jahrzehnten willkommen und werden mit ihren Fragen zu Studium und Alltagsleben in Deutschland nicht alleine gelassen. So hat die internationale Theatergruppe der Ruprecht-Karls-Uni zum Beispiel 2008 den "Preis für exzellente Betreuung ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen" gewonnen. Im "InfoCafé International" in der Zentralmensa der Hochschule helfen Studierende auch bei der Zimmervermittlung.