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Europa

Wo der wahre Weihnachtsmann wohnt

Jeden Tag bekommt er tausende Briefe aus 190 Ländern: der Weihnachtsmann. Santa wohnt im hohen Norden Lapplands, direkt am Polarkreis und an seiner Echtheit besteht - jedenfalls für die Finnen - keinerlei Zweifel.

Santa (Foto: ako)

Der Weihnachtsmann lebt in Lappland

66 Grad Nord, direkt am Polarkreis, draußen ist es eisig kalt. Knarrend öffnet sich eine große Holztür - und da sitzt er tatsächlich: Der Weihnachtsmann. In stilecht rotem Mantel, riesigen Pantoffeln und Rauschebart thront er auf einem großen Stuhl und empfängt - einen nach dem anderen - seine wild fotografierenden Gäste aus der ganzen Welt.

Internationaler Besuch

Polarkreis (Foto: ako)

Ein Highlight für viele: Über den Polarkreis hüpfen

"Herzlich Willkommen hier bei mir in meiner Kammer am Polarkreis", brummt Santa freundlich auf Deutsch, um kurz darauf mit einem akzentfreien Chinesisch die asiatische Reisegruppe zu beglücken.

"Jeden Tag spreche ich hier acht bis neun verschiedene Sprachen", erzählt Santa. "Das ist wichtig, denn alle Kinder sind ein bisschen verschüchtert, wenn sie hier reinkommen, und wenn sie ein paar Worte in ihrer Sprache hören, sind sie schon gleich viel mutiger. Und schließlich ist für mich jeder unter 200 Jahren ein Kind."

Alte finnische Tradition

Das Weihnachtsdorf in Lappland (Foto: ako)

Das Weihnachtsdorf in Lappland

Santa ist in Finnland schon uralt: Mehr als 200 Jahre soll er offiziell auf dem Weihnachtsmann-Buckel haben. So alt, dass es dem Armen manchmal sogar ein bisschen einsam wird: "Ich bin ja so furchtbar alt, dass ich noch nicht mal heiraten kann", klagt er lächelnd. "Es gibt einfach keine Dame in meiner Altersklasse!"

Ob mit Weihnachtsmann-Frau oder ohne - Santa hat in Lappland Tradition. Im hohen Norden ist schon seit Urzeiten das Zuhause des sagenumwobenen Mannes, der bei den Rentieren lebt und einen langen Rauschebart hat. "Ursprünglich war Santa ganz in Filz und mit Fellen bekleidet", erklärt Maaria von der Stadt Rovaniemi, in der der Weihnachtsmann lebt. "Der rote Mantel kam erst später."

Von wegen Coca Cola!

Zu Unrecht werde der Weihnachtsmann heute immer mit der Coca-Cola-Werbung in Verbindung gebracht - und niemals mit Finnland, sagt Maaria. "Dabei kam doch die Familie des Zeichners für die Coca-Cola-Werbung aus Finnland. Er hat den Weihnachtsmann in die USA gebracht. Hier in Finnland gab es schon vorher eine große Weihnachtsmann-Tradition."

Der echte Weihnachtsmann?

Dass der freundliche Finne mit den Knopfaugen der einzig echte und wahre Weihnachtsmann der Welt ist, haben die Menschen hier in Lappland beschlossen - und daran zu zweifeln, ist streng verboten. Man munkelt zwar, dass es eine ganze Weihnachtsmanns-Truppe gibt, die sich hier mit dem Rumsitzen abwechselt. Aber Genaues ist natürlich streng geheim. Santa sieht seinen Job pragmatisch: "Ich sitze einfach hier und treffe lächelnde Menschen - das ist doch prima!"

Santa in seiner Hütte (Foto: ako)

Der Weihnachtsmann in seiner Hütte

Und auch wenn der Bart vom Weihnachtsmann ein bisschen nach Plastik-Attrappe schimmert, draußen massenhaft Plüsch-Rentiere verkauft werden und "Oh Tannenbaum" auch im August aus den Lautsprechern scheppert - finnische Weihnachtsillusionen können eben doch so schön sein.

Kostenlos Anfassen

Santa umarmt Südafrikanerin (Foto: ako)

Santa empfängt Gäste aus der ganzen Welt

Fast eine halbe Million Menschen kommt jedes Jahr nach Lappland, hüpft über den Polarkreis und trifft "Joulupukki" – das ist Finnisch und heißt Weihnachtsmann. "Für viele ist das hier eine einmalige Erfahrung: Einmal im Leben dem Weihnachtsmann gegenüberstehen. Da erfüllt sich ein Kindheitstraum!", sagt Santa-Managerin Maariam. "Deswegen ist der Besuch bei Santa auch kostenlos: Der Weihnachtsmann ist schließlich eine Märchenfigur, da muss jeder ihn treffen können."

13 Millionen Briefe

Nebenan im Weihnachts-Postamt ist geschäftiges Treiben: Tausende Briefe müssen gelesen und beantwortet werden. In großen Fächern stapelt sich die Post, die der Weihnachtsmann täglich erhält. Vor Weihnachten sind es mehr als 32.000 Briefe am Tag. Insgesamt haben schon Weihnachts-Begeisterte aus fast 200 Ländern an Santa geschrieben, mehr als 13 Millionen Briefe sind so in den vergangenen Jahren schon ins Postamt geflattert. Und jeder soll beantwortet werden.

Roter Briefkasten (Foto: ako)

Im roten Briefkasten landet die Weihnachtspost

Für die rausgehende Post gibt es zwei große Briefkästen - einen gelben, einen roten. An dem roten Kasten hängt ein Schild: Weihnachten 2009. "Wenn du den Brief in den roten wirfst, wird er genau zum nächsten Weihnachtsfest zugestellt", erklärt Maaria. "Es ist egal, wo du auf der Welt lebst, der Brief kommt pünktlich zu Weihnachten an."

Pause für den Weihnachtsmann?

Alles muss jetzt schnell gehen, kurz vor dem Fest haben Santa und seine Helfer eben Hochsaison. Erst spät am Heiligen Abend kann auch Santa endlich sein rotes Kostüm ausziehen - und dann splitterfasernackt das machen, was sich für einen finnischen Weihnachtsmann gehört: Sauna!

Autorin: Anna Kuhn-Osius

Redaktion: Nicole Scherschun

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