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Kultur

"Wo bist du?" statt "Wie geht's?"

Die Frage nach dem Aufenthaltsort steht bei Telefongesprächen ganz oben. Denn mehr als 60 Millionen Deutsche telefonieren mit Mobil-Telefonen. Aber nicht nur das Gesprächsverhalten ändert sich mit den digitalen Medien.

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Digitale Heiratsanträge: Das Ende der rosigen Zeiten?

"Willst du mich heiraten?" auf dem Handy-Display oder am Computerbildschirm? Für neun Prozent der Deutschen ist der digitale Heiratsantrag kein Problem. Schließlich lernen sich auch immer mehr Paare erst durch das Internet kennen. Geflirtet wird dann per SMS. 24 Millionen Handy-Kurznachrichten haben die Deutschen im vergangenen Jahr verschickt.

In weiter Nähe Immer unterwegs und trotzdem erreichbar: "Fernanwesenheit" nennt der Trendforscher Peter Wippermann den Lebensstil der modernen Nomaden. So stehen Paare, die sich nur an den Wochenenden sehen, trotz der räumlichen Trennung in ständigem Kontakt: Handy und Internet spenden dabei virtuelle Nähe. Die digitalen Medien erhalten soziale Kontakte aufrecht, während die inhaltliche Bedeutung der E-Mails und SMS-Nachrichten abnimmt.

Dicke Daumen

Besonders bei Jugendlichen verbindet der SMS-Kontakt mit Gleichaltrigen. Medien würden als soziale Rückversicherung genutzt, heißt es in einer Studie des Hamburger Trendbüros. Ein kurzer Gruß auf dem Handy-Display zeigt, dass die Freunde noch da sind. Eine ständige Suche nach Sicherheit zeige sich in der häufigen Handy-Nutzung, glaubt Wippermann. Wer dauernd Kurznachrichten schreibt, muss sogar mit körperlichen Folgen rechnen. Eine Untersuchung der Warwick University zeigt: Bei den unter 25-Jährigen ist der Daumen bereits muskulöser als die anderen Finger. Die Folgen machen sich schon im Alltag bemerkbar. So drücken viele der Multimedia-Kinder jetzt mit dem Daumen statt mit dem Zeigefinger auf Türklingeln.

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