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Wissen & Umwelt

WMO: Treibhausgase steigen unaufhörlich

Bittere Erkenntnis: Die Konzentration klimaschädlicher Treibhausgase erreicht einen neuen Höchststand. Die WMO und die Weltbank mahnen zur Eindämmung der Emissionen.

Es ist wie jedes Jahr um diese Zeit, wenn Michel Jarraud vor die Medien tritt: Der Generalsekretär der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) vermeldet aktuell einen Anstieg der Konzentration gefährlicher Treibhausgase in der Erdatmosphäre. Und wieder ist von einem Höchststand die Rede. Als Hauptgrund nannte Jarraud bei der Vorstellung des WMO-Berichts in Genf den anhaltend starken Ausstoß von Kohlendioxid (CO2). Auch andere Gase wie Methan (CH4 oder Lachgas) und Distickstoffmonoxid (N2O), die in einer Maßeinheit für den Treibhauseffekt zusammengefasst werden, führten zwischen 1990 und 2014 zur erhöhten Konzentration der klimaschädlichen Konzentration.

Frankreich Klimakonferenz Our Common Future under climate change

WMO-Chef: Michel Jarraud: Industrie und Landwirtschaft als Hauptverursacher der Emission

Im März habe die weltweite Konzentration von CO2 erstmals seit Beginn der Messungen den Durchschnittswert von 400 ppm (parts per million, Teilchen pro Million) überschritten. Forscher betrachten den Wert als "bedeutenden Meilenstein" auf dem Weg zu einer gefährlichen Klimaveränderung.

Hauptverursacher der Emissionen sind nach Angaben Jarrauds Industrie und Landwirtschaft. Mit Blick auf die Weltklimakonferenz in Paris forderte der Franzose entschlossene Schritte zur Eindämmung der Treibhausgas-Emissionen. Vom 30. November bis zum 11. Dezember kommt die Internationale Staatengemeinschaft zusammen, um Maßnahmen zu vereinbaren, die den Temperaturanstieg auf der Erde auf maximal zwei Grad Celsius begrenzen sollen.

Bereits im Frühjahr hatte Jarraud 2015 als "entscheidendes Jahr für Aktionen im Interesse künftiger Generationen" bezeichnet. "Wir haben die moralische Verantwortung, den Klimawandel einzudämmen." Der WMO-Chef warnte vor einer "wärmeren Zukunft, von der viele kommende Generationen betroffen sein werden."


Weltbank fordert Strategien gegen Klimawandel

Die Weltbank setzt sich im Vorfeld des Weltklimagipfels in einer Studie mit den Folgen des Klimawandels auseinander. Demnach könnten Erderwärmung und extreme Wetterereignisse in den nächsten 15 Jahren zusätzliche 100 Millionen Menschen in die Armut stürzen. Am härtesten betroffen wären die ohnehin schon ärmsten Regionen der Welt - die Regionen Afrikas südlich der Sahara und Südasien, heißt es in dem in Washington vorgestellten Report. Ernteverluste könnten in Afrika zu deutlich höheren Lebensmittelpreisen führen und Unterernährung und Entwicklungsstörungen nach sich ziehen. Durch den Anstieg der globalen Temperaturen um zwei bis drei Grad steige auch das Risiko von Malaria-Erkrankungen.

Dürre in Kenia

Dürre in Kenia - die Weltbank warnt nicht zum ersten Mal

In Paris wird es auch um Hilfen für ärmere Länder beim Umgang mit den Folgen des Treibhauseffekts gehen. Die Autoren der Weltbank-Studie fordern Programme zur Verringerung der Armut, gekoppelt mit Infrastrukturmaßnahmen zur Abfederung der Folgen des Klimawandels. Exemplarisch nannten sie den Bau von Deichen und Entwässerungssystemen als Vorkehrungen gegen Überflutungen und deren Folgen.

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