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Sport

!. WM-Tag: Blauer Himmel, bronzenes Metall

Bei schönem Wetter und großer Hitze haben in Berlin die Leichathletik-Weltmeisterschaften begonnen. Für die deutschen Athleten gab es gleich die erste Medaille, aber auch Schatten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler bei der Eröffnung der Leichtahletik-WM (AP Photo/David J. Phillip)

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler bei der Eröffnung

Es war kurz nach 18 Uhr Ortszeit, als Bundespräsident Horst Köhler im gut gefüllten, aber nicht ausverkauften Berliner Olympiastadion die 12. Leichtathletik-Weltmeisterschaften offiziell eröffnete: "Liebe Sportlerinnen und Sportler, liebe Sportbegeisterte hier im Stadion und draußen an den Bildschirmen, liebe Gäste aus aller Welt. Ich erkläre die 12. IAAF-Leichathletik-Weltmeisterschaften in Berlin für eröffnet."

Enttäuschung für Höhne

Geher Andre Höhne nach seinem Wettbewerb (AP Photo/Gero Breloer)

Der erschöpfte Geher Andre Höhne

Zu diesem Zeitpunkt waren die Wettkämpfe längst in vollem Gange, fanden doch seit dem Morgen die ersten Vorkämpfe statt und hatte doch der russische Olympiasieger Valeri Bortschin knapp dreieinhalb Stunden zuvor bereits den ersten Weltmeistertitel geholt. Im Gehen über 20 Kilometer ließ er der Konkurrenz keine Chance und siegte vor dem Chinesen Hao Wang und Titelverteidiger Eder Sanchez aus Mexiko. Enttäuschend verlief der Wettbewerb für Lokalmatador Andre Höhne. Den Berliner hatten viele auf einem Bronzerang gesehen, doch er war chancenlos und landete nur auf Rang 14. Im Ziel war er nach dem Hitzerennen völlig erschöpft aber trotzdem glücklich, da ihm die Stimmung so sehr gefallen hatte. Er sei glücklich gewesen in seiner Heimatstadt starten zu dürfen und glaube, die Weltmeisterschaft könne wirklich ein toller Erfolg werden.

Bronze für Bartels

Kugelstoßer Ralf Bartels, Gewinner der Bronzemedaille EPA/KAY NIETFELD +++(c) dpa - Report+++

Bronzemedaillengewinner Ralf Bartels

Dafür war dann am späten Abend der Jubel im deutschen Team umso größer. In einem unglaublichen Kugelstoß-Wettbewerb, in dem sich die Schwerathleten gegenseitig anstachelten und zu immer neuen Bestweiten antrieben, zeigte Ralf Bartels einen phantastischen Wettkampf. Der 31-Jährige steigerte seine persönliche Bestleistung im Finale auf 21,37 Meter und gewann damit die Bronzemedaille. Damit schaffte er die von vielen erhoffte Initialzündung für das deutsche Team. Unangefochtener Sieger wurde mit 22,03 Metern allerdings der Amerikaner Christian Cantwell vor Tomasz Majewski aus Polen. Nach seinem Erfolg war Bartels natürlich überglücklich, konnte sich seine Weite aber kaum erklären. Er nannte schließlich das Publikum, Adrenalin und die Tatsache, dass einige Elemente des Stoßes super geklappt hätten, als Gründe.

Linet Chepkwemoi Masai aus Kenia, die Siegerin über 10 000 m (AP Photo/Matt Dunham)

Linet Masai aus Kenia, die Siegerin über 10 000 m

Über 10.000 Meter bei den Frauen war mit Tirunesch Dibaba die Topfavoritin nicht dabei und es gab tatsächlich keinen Sieg der sonst so überragenden Äthiopierinnen. Die Kenianerin Linet Chepkwemoi Masai siegte im Schlussspurt vor den beiden Äthiopierinnen Meselech Melkamu und Meseret Defar. Eine Deutsche war nicht dabei.

Die Show der Sprinter

Am ersten Tag des 100-Meter-Wettbewerbs der Männer zogen die Stars wie Tyson Gay aus den USA oder Usain Bolt aus Jamaica im Vorlauf zwar wie gewohnt ihre Show ab, doch im Zwischenlauf machten sie bereits ernst. Am Ende zogen sie alle locker ins Halbfinale ein, Asafa Powell aus Jamaica war in 9,95 letztlich der Schnellste. Die Deutschen spielten erwartungsgemäß keine Rolle.

Hindernisläuferin Antje Möldner EPA/CHRISTOPHE KARABA +++(c) dpa - Report+++

Hindernisläuferin Antje Möldner

In den Vorkämpfen überragte aus deutscher Sicht Antje Möldner, die über 3000 Meter Hindernis ihren deutschen Rekord um mehr als fünf Sekunden auf 9:21,73 Minuten steigerte und damit den Vorlauf locker überstand. "Dieser Rekord gibt Selbstvertrauen, Platz acht im Endlauf wäre mein Traum" war ihre anschließende Reaktion.

Überzeugen konnten auch andere deutsche Athleten: der Hammerwerfer Sergej Litvinov und 400-Meter-Läufeirn Sorina Nwachukwu. Litvinov, Sohn des gleichnamigen russischen Olympiasiegers, qualifizierte sich gleich mit dem ersten Wurf für den Endkampf, Nwachukwu erreichte das Halbfinale.

Deutsche Frauenpower

Im Stabhochsprung schafften völlig überraschend die drei deutschen Teilnehmerinnen Silke Spiegelburg, Anna Battke und Kristina Gadschiew gemeinsam den Sprung ins Finale. Auch sie schoben einen Teil ihres Erfolges auf die gute Stimmung im Stadion. Wie üblich mit nur einem einzigen Sprung erreichte Godmedaillen-Bank Jelena Issinbajewa aus Russland das Finale.

Im Siebenkampf führt nach dem ersten Tag die Britin Jessica Ennis mit 4124 Zählern, klar vor der Ukrainerin Natalja Dobrynskaja, der Olympiasiegerin. Jennifer Oeser zeigte einen guten Wettkampf und liegt mit 3814 Punkten auf dem dritten Rang, Julia Mächtig ist Siebte. Verletzt aussteigen musste hingegen die EM-Dritte Lilli Schwarzkopf.

Autor: Wolfgang van Kann

Redaktion: Calle Kops

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