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Sport

WM-Festspiele im Schnee eröffnet

Die Wintersport-Fans blicken nach Garmisch-Partenkirchen. Dort wurden die alpinen Ski-Weltmeisterschaften feierlich eröffnet. Eine erfolgreiche WM soll auch den Weg für Olympische Winterspiele bereiten.

Die Sikilegenden Rosi Mittermaier und Christian Neureuther werben für die Ski-WM 2011 (Foto: DW)

Zwei deutsche Skilegenden: Rosi Mittermaier und Christian Neureuther

Erst zum zweiten Mal finden alpine Ski-Weltmeisterschaften in Deutschland statt. Und wie schon 1978 ist Garmisch-Partenkirchen WM-Gastgeber. "Festspiele im Schnee – natürlich bayerisch" versprechen die Organisatoren des zweiwöchigen Spektakels (07. - 20. Februar 2011) unterhalb von Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze (2962 Meter). Zur Eröffnungsfeier und den elf Wettbewerben werden insgesamt 125.000 Besucher erwartet. 525 Athleten aus 69 Nationen gehen an den Start.

Die Rennen beginnen am Dienstag (08.02.2011) mit dem Super-G der Frauen. Maria Riesch, die beim Einmarsch der Nationen ins Olympia-Skisprungstadion gemeinsam mit Felix Neureuther die deutsche Fahne trug, hat dann bereits eine erste Siegchance.

Als es vor 33 Jahren in Garmisch-Partenkirchen zum ersten Mal um WM-Medaillen ging, waren die deutschen Stars von heute noch nicht geboren. "Die Begeisterung des Ortes war phänomenal. Wir hatten auch Glück, dass immer schönes Wetter war. Und wir hatten unglaublich viele deutsche Erfolge", erinnert sich Skilegende Christian Neureuther, der aus Garmisch-Partenkirchen stammt. Damals holten die deutschen Starter einmal Gold und viermal Silber. Irene Epple-Waigel, die 1978 Platz zwei in der Abfahrt herausfuhr, freut sich auf die Neuauflage. "Das ist ein Ereignis in einer Sportlaufbahn, das nie wieder kommt. Vor heimischem Publikum, alle sind da und wünschen sich nur eins, dass man eine Medaille holt" sagte Epple-Waigel.

Drei Medaillen als WM-Wunsch

Bei den Titelkämpfen jetzt wollen allen voran Maria Riesch, Viktoria Rebensburg, Kathrin Hölzl und Felix Neureuther das Publikum begeistern. Vor allem Rennläuferin Riesch spürt in ihrem Heimatort Garmisch-Partenkirchen Druck, aber auch Vorfreude. "Natürlich ist eine große Erwartungshaltung da, aber in erster Linie von mir selbst", sagte die Doppel-Olympiasiegerin. "Es wäre großartig, die Saison, die für mich nahezu perfekt läuft, bei meiner Heim-WM zu krönen. Das ist mein größter Traum, dort oben auf dem Podest zu stehen." Als derzeit Führende im Gesamtweltcup gehört die "Sportlerin des Jahres" in mehreren Disziplinen zum Favoritenkreis.

Maria Riesch mit der Deutschland-Fahne bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver (Foto: AP)

Vorbild Olympia: Bei den Winterspielen 2010 in Vancouver gewann Maria Riesch zwei Goldmedaillen.

Bei den deutschen Herren liegt der letzte WM-Titel, den Hansjörg Tauscher in der Abfahrt holte, schon 22 Jahre zurück. Jetzt ruhen nach dem Verletzungs-Aus von Stephan Keppler alle Hoffnungen auf Lokalmatador Felix Neureuther. Zwar ist der 26-Jährige Slalom-Spezialist im WM-Winter noch ohne Podestplatz, fühlt sich aber gut in Form. Und beim Saison-Finale vor einem Jahr holte er sich auf seinem heimischen Gudiberg den Sieg.

"Eine gewisse Anzahl von Medaillen wird erwartet. Wir haben uns auf drei festgelegt. Angepeilt sind zwei bei den Damen und eine bei den Herren", sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. Doch bei den Rennen geht es nicht nur um Medaillen, sondern auch um Werbung für den Sport. "Mit einer Heim-WM kann man den Skirennsport noch populärer machen", sagte Maier.

Kandahar und Gudiberg

Der deutsche Skirennfahrer Felix Neureuther am Gudiberg in Garmisch-Partenkirchen (Foto: dpa)

Felix Neureuther am Gudiberg

Zur Kulisse von Garmisch-Partenkirchen gehört die berüchtigte Kandahar-Abfahrt mit dem "Freien Fall". Das mit 92 Prozent Gefälle steilste Stück im alpinen Rennzirkus ist "beeindruckend, wenn man ganz oben steht", erklärte Stefan Stankalla. "Und es ist noch beeindruckender, wenn man sieht, dass die Läufer da mit knapp 100 Stundenkilometern bis zu 80 Meter weit springen". Stankalla zählte Ende der 1990er Jahre zu den besten deutschen Abfahrern, heute ist er für das WM-Organisationskomitee im Einsatz. Der 35-Jährige preist auch den Slalomkurs neben der Skisprungschanze am historischen Olympiastadion an. "Der Gudiberg ist sehr steil und schwierig. Und die Zuschauer können die Rennläufer ohne Unterbrechung vom Start bis zum Ziel beobachten." Für die WM wurden beide Areale mit Millionenaufwand umgestaltet.

Werben für Olympia 2018

Zwei Männer kleben ein Werbeplakat für die Bewerbung zu den Olympischen Winterspielen 2018 der Stadt München auf einen Plakatträger (Foto: dpa)

Olympia 2018 in München und Garmisch-Partenkirchen?

Rechtzeitig vor dem WM-Start konnte ein jahrelanger Grundstücks-Streit um die Kandahar-Abfahrt gelöst werden. Dagegen bestehen die Auseinandersetzungen um Olympia 2018 weiter. Wegen der Winterspiele haben mehrere Grundstückseigentümer angekündigt, ihre Flächen nicht hergeben zu wollen. Das Thema soll aber während der WM weitgehend ausgeblendet werden. München bewirbt sich zusammen mit Garmisch-Partenkirchen, Oberammergau und Schönau am Königssee für die Winterspiele in sieben Jahren. Daneben stehen Annecy aus Frankreich und das südkoreanische Pyeongchang zur Wahl. Über die Vergabe entscheidet das Internationale Olympische Komitee (IOC) am 6. Juli 2011 in Durban in Südafrika.

"Wir wollen keine Sause veranstalten, sondern einfach ein gutes Zeichen geben für die Olympiabewerbung", hoffen Christian Neureuther und Rosi Mittermaier. Die Eltern von Felix Neureuther glauben an ein "Wintermärchen" und setzen auf eine ähnliche Stimmung wie beim Sommermärchen 2006: "Wenn alle Leute mit so einer Begeisterung hinter dem Ereignis stehen wie bei der Fußball-WM, dann wird es ein richtiges Skifest."

Autor: Arnulf Boettcher (dpa, sid)

Redaktion: Andreas Ziemons

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