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Sport

WM-Blogger zwischen Begeisterung und Enttäuschung

Deutschland ist sympathisch und hat die WM prima organisiert. Das finden zumindest die meisten ausländischen Gäste. In ihren Weblogs schreiben sie ihre Eindrücke auf - nicht nur positive. Eine kleine Auswahl.

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Gegenseitiges Anmalen bringt die Fans einander näher

Für "Nick" aus dem US-Staat Arizona sieht Deutschland so aus, wie er es sich vorgestellt hat. "Die Menschen mögen Bier, sie trinken zu jedem Essen eins." Das stört ihn aber nicht weiter. Ansonsten stellt "Nick" fest: "Die Leute wohnen alle in Apartments oder Wohnungen." Und: "Die öffentlichen Verkehrsmittel sind exzellent."

Gut organisiert und im Feiern vereint

Auch der Autor von "My Left Boot" aus Australien fühlt sich in WM-Deutschland wohl: "Das Motto 'Die Welt zu Gast bei Freunden' wird überall befolgt, egal, wohin ich komme." Jeder sei offen und freundlich, "ganz anders als die Vorurteile über die Deutschen und ihre Kultur". Fazit von "My Left Boot" in seinem Blog mit dem Untertitel "Pilgrimage to Germany" (Pilgerfahrt nach Deutschland): "Deutschland ist eine wundervolle, moderne Nation, die ein sehr gut organisiertes Turnier auf die Beine gestellt hat."

Und die Begeisterung für dieses Turnier hat es geschafft, die Deutschen zu vereinen, berichtet "Corrigan", ein US-Amerikaner, der in Heidelberg lebt. Er sieht die deutschen Fans als Vorbild fürs Miteinander-Feiern. Amerikaner seien zu sehr auf Unabhägigkeit bedacht: "Wir fürchten uns eher vor unserem Nachbarn, anstatt mit ihm mal was zu Abend zu essen."

"The manic hispanic" aus Chicago schwärmt von München und dem Fan-Fest im Olympia-Park. "Sogar als Fans auf den Tischen getanzt haben, auf Laternenmasten geklettert sind und beim Feiern komplett ausgeflippt sind, ist die Polizei nie dazwischengegangen und jeder durfte seinen Spaß haben." Berlin sei schmutziger, mit seinem urbanen Charme aber genau so umwerfend wie München.

Automaten statt Kneipen

Schwebende Frauen während der Eröffnungsfeier WM 2006 in München

'JD' war von der Eröffnungsfeier enttäuscht

Andere sind weit weniger begeistert von Deutschland. Amir und Raju zum Beispiel wurden in Leipzig nicht gerade freundlich begrüßt, als sie mit der Straßenbahn zu ihrem Quartier fuhren. "Wir haben verfallene Häuser gesehen mit zerbrochenen Fenstern, manche vernagelt, manche nicht", schreiben die beiden Gäste aus England in ihrem Blog "Amir and Raju do the World Cup". Irgendein Jugendlicher habe ihre Straßenbahn sogar mit Gegenständen beworfen. Und die Herberge sei ein Bau aus den 1960er- oder 70er-Jahren gewesen, weit draußen im Nirgendwo. "Keine Bar, kein sozialer Treffpunkt, kein Geschäft, nur ein paar überteuerte Automaten." Für "JD" aus Wellington in Neuseeland war schon die Eröffnungsveranstaltung der WM eine Enttäuschung, klagt er in seinem Blog "Nova Zeal". Die Eröffnung sei eine Gelegenheit für ein Land, sich gegenüber der Welt zu verkaufen - "und was hat Deutschland verkauft? Lederhosen, Claudia Schiffer und abgehalfterte Fußballhelden".

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