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Tischtennis-WM

WM-Aus für Boll im Viertelfinale

Als letzter von insgesamt 14 deutschen Teilnehmern scheidet der Rekordeuropameister bei der Tischtennis-Weltmeisterschaft in der Heimat aus. Der Gegner, der Weltranglisten-Erste Ma Long, spielt einfach zu gut.

Rekordeuropameister Timo Boll ist bei der Tischtennis-WM in Düsseldorf als letzter Deutscher im Einzel-Viertelfinale ausgeschieden. Der Weltranglistenachte musste sich in seiner Wahlheimat im Spiel um eine Medaille vor 8000 Zuschauern in der ausverkauften Arena seinem WM-Doppelpartner und Chinas Olympiasieger Ma Long mit 2:4 (5:11, 11:8, 4:11, 11:5, 4:11, 9:11) geschlagen geben. "Ich denke, dass ich ganz gut mitgehalten habe. Ich hatte mir natürlich auch gewünscht, vor heimischem Publikum die Überraschung zu schaffen, deswegen bin ich im Moment auch etwas enttäuscht. Ich hätte gerne einen siebten Satz gespielt, da wäre es nochmal etwas hochgekocht", sagte Boll unter dem Applaus der Fans auf den Rängen.

Bestes Ergebnis: Bronze für Solja

In seiner persönlichen Bilanz erkannte der 36-Jährige die Überlegenheit des chinesischen "Dominators", mit dem Boll in der NRW-Metropole im Doppel-Achtelfinale gescheitert war, neidlos an: "Ich habe gegen einen wahren Champion verloren. Er ist die Nummer eins in der Welt und hat sich das Spiel auch verdient. Aber ich habe ein tolles Turnier gespielt, es hat Spaß gemacht, in Düsseldorf zu spielen. Das werde ich nie vergessen." Nachdem vor Bolls Aus der Weltranglistenfünfte Dimitrij Ovtcharov schon im Achtelfinale ausgeschieden war, sind alle 14 Aktiven der WM-Gastgeber zum Abschluss der Titelkämpfe am Pfingstmontag nur noch Zuschauer. Das beste Ergebnis für den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) bei der sechsten Heim-WM der Nachkriegsgeschichte ist die Bronzemedaille der Team-Olympiazweiten Petrissa Solja im Mixed mit dem Chinesen Fang Bo.

Tischtennis Weltmeisterschaft Timo Boll und Ma Long (Picture alliance/dpa/J. Güttler)

Kennen sich bestens: Boll und Long

Boll lieferte Ma im Kampf um seine zweite WM-Medaille im Einzel nach Bronze von 2011 lange einen überraschend offenen Schlagabtausch. Angefeuert von frenetischen "Timo, Timo"-Rufen verlangte der deutsche Star, der als erster Deutscher zum vierten Mal nacheinander in einem WM-Einzelviertelfinale stand, dem hochfavorisierten Titelverteidiger alles ab. Erst ab dem fünften Durchgang, nachdem Boll zweimal einen Satzzrückstand ausgeglichen hatte, setzte sich die Klasse des Weltranglistenersten aus dem Reich der Mitte durch. Soljas Edelmetall bedeutet den ersten Podestplatz für die DTTB-Damen in den fünf Konkurrenzen der Einzel-WM seit 1971. Durch die unerfüllt gebliebenen Hoffnungen der WM-Ausrichter auf einen Titelcoup ist der Triumph des Doppels Jörg Roßkopf/Steffen Fetzner 1989 in Dortmund weiterhin das einzige WM-Gold des DTTB seit Ende des Zweiten Weltkrieges.

sw (dpa, sid)

 

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