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Sport

WM als Kick für die Volkswirtschaft

Eine Fußball-Weltmeisterschaft lädt Fans zum Träumen ein - und Wirtschaftler zum Rechnen. Die WM 2006 soll das Wirtschafts-Wachstum anstoßen - immerhin um ein halbes Prozent.

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Wachstum durch Investition: Bau des Stadions in München

Franz Beckenbauer falsch verbunden

Kennt schon den Gewinner: Franz Beckenbauer

Ein Gewinner der Weltmeisterschaft 2006 steht nach Ansicht von Franz Beckenbauer bereits fest: Die deutschen Unternehmen. "Unser Wirtschaftsminister hat das volkswirtschaftliche Gut auf zehn Milliarden Euro geschätzt - das ist nur der volkswirtschaftliche Teil", meint die Fußball-Ikone in seiner Funktion als Chef des WM-Organisationskomitees und lässt einen Appell folgen: "Der Image-Gewinn liegt auch an jedem Beteiligten. Das ganze Land muss mithelfen, sich von der positiven Seite zu zeigen."

Investitionen im Milliardenbereich

Etwas genauer analysiert hat der Chefvolkswirt der Postbank, Marco Bargel, die ökonomischen Potenziale des sportlichen Mega-Events im Sommer 2006: Die Effekte gehen seiner Meinung nach im wesentlichen von Investitionen aus: Sechs Milliarden Euro für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und der Stadien, der Tourismus-Infrastruktur und der Kapazitäten im Gaststätten-Bereich. "Der nächste wichtige Effekt läuft dann über die private Nachfrage, den Konsum", meint Bargel. "Da können wir durch die WM etwa zwei bis drei Milliarden Euro erwarten."

Experten beziffern den Wachstumsimpuls für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) durch die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 auf 0,5 Prozent - ein willkommener Aufschwung für die kränkelnde Wirtschaft.

Von der der Vor-Alpenstadt zur Metropole

Mega-Events wie Olympische Spiele lassen Geldströme fließen. Bestes Beispiel ist die Sport-Großveranstaltung im Jahr 1972: München profitierte damals sehr stark von den Olympischen Spielen. "Man sagt, dass ein Entwicklungsschub von 12-15 Jahren stattgefunden hat", sagt der Mainzer Sportökonom Holger Preuss.

Viele Projekte, wie zum Beispiel das Straßen- und U-Bahnsystem, seien plötzlich schneller entwickelt worden, so dass München von einer mittelgroßen Vor-Alpenstadt zu einer Metropole geworden sei. "Hier hat man die Investitionen, die für Olympische Spiele notwendig sind, sehr gut miteinander koppeln können und einen Entwicklungsschub gemacht."

Warmer Regen

Der Löwenanteil des Konjunkturprogramms durch das Fußball-Turnier wird laut Postbank-Analyse im Frühjahr 2006 fließen. Doch auch während der WM im Sommer werde es spürbare Effekte geben, meint Marco Bargel. Zum Beispiel für Sport-und Fanartikel-Hersteller, die Unterhaltungselektronik-Branche oder auch Sicherheitsdienste. "Wenn man sich vor Augen führt, dass man während der Olympischen Spiele in Athen eine Milliarde Euro an Ausgaben hatte für die Sicherheitsdienste, kann man sich vorstellen, dass das von großer Bedeutung ist."

Schwedische Fans

WM-Touristen sollen vor allem Geld mitbringen

Bis zum Anpfiff ist es noch gut über ein Jahr Zeit. Doch die deutsche Reisebranche läuft sich schon warm für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land. Nicht nur die zwölf Spielorte von Hamburg bis München als sportliche Gastgeber - auch andere Ferienregionen setzen auf das Turnier als Touristenmagnet. Eine Million Besucher werden erwartet. Bei einem fünftägigen Aufenthalt seien nach Erfahrungswerten Ausgaben von 800 bis 1000 Euro pro Tourist zu erwarten. "Die unmittelbaren Ausgaben der ausländischen Touristen belaufen sich daher auf etwa eine Milliarde Euro", sagt Bargel - ein warmer Regen für die Reisebranche.

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