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WM-Affäre 2006

WM-Affäre 2006: Weitere Razzien

Die Bundesanwaltschaft in Bern hat im Zuge ihrer Ermittlungen zur Vergabe der Fußball-WM 2006 mehrere Häuser in der Schweiz durchsucht. Im Visier der Ermittler ist jetzt auch der frühere FIFA-Generalsekretär Urs Linsi.

Franz Beckenbauer (l.) und Urs Linsi (r.) bei einer Veranstaltung im Jahr 2005. Foto: dpa-pa

Franz Beckenbauer (l.) und Urs Linsi (r.) bei einer Veranstaltung im Jahr 2005

In der Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 an Deutschland hat die Schweizer Staatsanwaltschaft weitere Razzien durchgeführt und ermittelt nun auch gegen den damaligen FIFA-Generalsekretär Urs Linsi. Bereits am vergangenen Mittwoch habe es im Zusammenhang mit Linsi mehrere Hausdurchsuchungen in der Schweiz gegeben, teilte die Bundesanwaltschaft in Bern mit. Linsi war von 2002 bis 2007 Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes. Der heute 67 Jahre alte Schweizer zählt nun neben dem damaligen WM-OK-Chef Franz Beckenbauer, den früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sowie dem ehemaligen DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt zu den Verdächtigen.

Ominöse Millionenzahlung

Gegen sie wird in der Schweiz wegen des Verdachts des Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung, der Geldwäsche sowie der Veruntreuung ermittelt. Ziel der jüngsten Razzien sei es gewesen, die Hintergründe einer Zahlung des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) von 6,7 Millionen Euro an den damaligen Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus vor der WM 2006 aufzuklären, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Die ominöse Zahlung steht im Zentrum der WM-Affäre. Das damalige Organisationskomitee um den Vorsitzenden Beckenbauer hatte eine Rückzahlung von 6,7 Millionen Euro in der Steuererklärung der WM bewusst falsch deklariert. Wozu genau das Geld verwendet wurde, ist bis heute unklar. Laut dem Bericht der vom DFB beauftragten Kanzlei Freshfields wurde die Summe von einem Konto Beckenbauers in der Schweiz an eine Firma in Katar überweisen, auf ein Konto des Ex-Funktionärs Mohammed bin Hammam. Beckenbauer erhielt das Geld durch einen Kredit von Dreyfus zurück. Als der Franzose später die Rückzahlung des Kredits einforderte, deklarierte der DFB das Geld als Vorschusszahlung durch die FIFA für eine WM-Gala.

Die Bundesanwaltschaft in Bern ist zuständig, weil die damaligen finanziellen Transaktionen weitgehend über Schweizer Konten durchgeführt wurden. Da sich bin Hammam bisher zu dem Vorgang nicht geäußert hat, hoffen die Ermittler nun offenbar auf Erkenntnisse durch den damaligen FIFA-Generalsekretär Linsi. Zudem hatte es die Staatsanwaltschaft Frankfurt geschafft, mehrere bislang verschlüsselte Dateien zu diesem Skandal lesbar zu machen - was ebenfalls zur Aufklärung der dubiosen Geldflüsse beitragen könnte.

sn/asz (dpa, sid)

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