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Musik

Witzbold auf der Opernbühne: der Buffo

Seine Rollen sind nichts für ernste Gemüter. Der Buffo will in erster Linie sein Publikum erheitern: mit Mimik, Gestik, Kostüm und guter Stimme.

Frank Unger als Graf Almaviva (r) und Herman Wallen als Figaro (l) singen die Hauptrollen in der Komischen Oper Der Barbier von Sevilla am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin (Foto von der Medienprobe am 15.01.2008). Die Oper von Gioacchino Rossini hat am Freitag (18.01.2008) Premiere. Foto: Jens Büttner +++(c) dpa - Report+++

Oper Rossini Der Barbier von Sevilla Frank Unger Herman Wallen

Wer sein Metier beherrscht und alle Tricks kennt, wird in der Geschäftswelt gern als "ausgebufft" bezeichnet - jemand, der mit allen Wassern gewaschen ist. Das Gleiche gilt für den Buffo. Er muss auf der Opernbühne alle Register seines Könnens ziehen und die haben es in sich.

Professionelle Komik

Gioacchino Rossini (Quelle:o.A.)

Gioacchino Rossini

Figaro, der Barbier von Sevilla, der in Gioacchino Rossinis gleichnamiger Oper dem Grafen Almaviva zu seiner Braut verhilft, ist so eine Paraderolle. Er prahlt, schmiedet Intrigen, verkleidet sich - und hat dabei noch eine anspruchsvolle Partie zu singen. Im späten 18. Jahrhundert kamen die bis zur Karikatur überzeichneten Figuren und Typen in der Oper in Mode, wobei Buffopartien hauptsächlich von Tenören und Bässen, seltener von Baritonen gesungen wurden. Gleichzeitig entstand in Italien die Gattung der Opera buffa. Zwar liebte das Opernpublikum des Barock die ernsten mythologischen Stoffe der Antike; dennoch wollte man sich in der Oper auch amüsieren. Und so wurden zwischen den Akten eines ernsten Bühnenwerkes kleine Szenen zur Belustigung gespielt.

Vom Pausenclown zur Hauptfigur

Operette Die Fledermaus von Johann Strauß (Quelle: dpa)

Operette "Die Fledermaus" von Johann Strauß

Aus den komischen Einaktern entwickelte sich die Opera buffa. Zu den Meistern dieses Genres gehört Gioacchino Rossini, der wie sein Kollege Gaetano Donizetti Witz ironische Anspielungen und geistreiche Persiflage unnachahmlichen miteinander verband. Den nachfolgenden Komponistengenerationen von Verdi bis Wagner war das zu albern, und so wanderte der Buffo-Stil von der Oper zunehmend zur Operette. Jacques Offenbach oder Johann Strauß schrieben zahlreiche Bühnenwerke voller Esprit, Witz und Geist und bescherten dem Buffo eine gleichwertige heitere Partnerin: die Soubrette.

Autor: Klaus Gehrke

Redaktion: Gudrun Stegen