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Wissenschaftliche Sensation: Schlafmittel stimuliert Sprachzentrum

Eine Langzeitstudie der Universität Neustadt kommt zu einem verblüffenden Ergebnis: Die Einnahme des Schlafmittels „Dormitan“ hilft nicht beim Einschlafen, sondern hat stattdessen positive Effekte auf das Sprachenlernen.

Was Wissenschaftler der Universität Neustadt heute bekannt gegeben haben, ist für Sprachenlerner fast zu schön, um wahr zu sein. Eine Langzeitstudie hat ergeben, dass die Probanden nach der Einnahme des Schlafmittels „Dormitan“ nicht etwa gut schliefen, sondern stattdessen besonders gut Sprachen lernen konnten. Die Leiterin der Studie, Prof. Dr. Larnni Mehrbraum, erklärte, zunächst sei nur drei Probanden, die zeitgleich zur Studie Deutsch gelernt hätten, aufgefallen, dass sie nach der Einnahme doppelt so schnell Vokabeln lernen konnten wie sonst.

Wundermittel für Sprachenlernende

Nach einiger Zeit habe sich in Feedback-Runden mit den Probanden eine deutliche Tendenz abgezeichnet, so Mehrbraum: „Moussa S. aus dem Senegal, Hanya N. aus Ägypten und Alireza B. aus dem Iran haben als Erste in unseren Gesprächen anfangs noch zögerlich, dann immer vehementer betont, dass sie nach der Einnahme von Dormitan keinerlei Veränderung ihres Schlafverhaltens bemerkten. Dafür berichteten sie aber von enormen Leistungssprüngen beim Deutschlernen“, erzählt die Wissenschaftlerin. So würden sie auf einmal nahezu von selbst komplexe Grammatikthemen wie zum Beispiel den Konjunktiv beherrschen, obwohl sie damit bislang immer große Probleme hatten.

Zuerst habe sie dies nur amüsiert zur Kenntnis genommen, schildert Mehrbraum. Nachdem jedoch auch weitere Probanden ihr berichteten, dass sie plötzlich eine nie dagewesene Auffassungsgabe entwickelt hätten, sei sie neugierig geworden. Mit einem Spezialteam aus Neurologen, Pharmazeuten, Sprachwissenschaftlern und Kognitionswissenschaftlern habe man überprüft, ob das angebliche Schlafmittel tatsächlich auch eine Wirkung auf Gehirnareal habe, in dem sich das Sprachzentrum befindet. Zum Erstaunen aller Beteiligten stellte sich heraus, dass das als „Dormitan“ getaufte Medikament die Ausschüttung von Neurotransmittern fördert, die sich direkt am Sprachzentrum anlagern und dieses stimulieren. „Eigentlich müsste das Medikament ‚Linguatan‘ heißen“, scherzt Prof. Mehrbraum.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen des Wundermittels sind bis jetzt nicht bekannt. „Die anfänglich vermutete physische Sucht nach dem in Dormitan enthaltenen Wirkstoff konnte nicht bestätigt werden“, so der Neurowissenschaftler Dr. Hermann Bratzwatz. Das einzige Problem, das seiner Meinung nach auftreten könnte, sei das Verlangen, neue Sprachen in Zukunft ausschließlich unter Einnahme des Medikamentes zu lernen. Die Probanden hätten schon gesagt, dass sie sich eine Rückkehr zum normalen Sprachenlernen nicht mehr vorstellen könnten. So könnte die Einnahme des Medikaments womöglich als Doping eingestuft werden. Das wiederum könnte bedeuten, dass die Einnahme bei Prüfungsanwärtern verboten wäre und in Zukunft vor Sprachprüfungen Dopingkontrollen durchgeführt werden müssten. Ein rezeptfreier Verkauf wäre dann natürlich auch nicht möglich.

Zukunftsperspektiven

Vokabeln nach einmaligen Lesen sofort zu verinnerlichen, komplexe Grammatik direkt und fehlerfrei anzuwenden und wie aus dem Nichts eine komplexe Sprache sprechen zu können: Das ist der Traum aller Sprachlernenden. Und dieser Traum scheint gerade Wirklichkeit zu werden. Die Probanden der Studie sind mittlerweile alle polyglott: Einige sprechen bereits bis zu 10 Sprachen fließend.

Was könnten mögliche Zukunftsperspektiven sein? Wenn alle Menschen dazu befähigt wären, Sprachen schneller zu lernen und fehlerfrei zu sprechen, würde Kommunikation einfacher: Missverständnisse können schneller geklärt, Konflikte schneller beilgelegt werden. Die Wirkung, die eine solche Entwicklung auch auf internationale Beziehungen hätte, ist nicht zu unterschätzen.