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Top-Thema – Podcast

Wissenschaft mal anders

Wissenschaft ist trocken und kompliziert – denken viele. Doch in einigen deutschen Uni-Städten gibt es jetzt so genannte Science-Slams. Dabei vermitteln junge Wissenschaftler Forschung so, dass sie Spaß macht.‎

Donnerstagabend im Kölner Club "Bogen 2". Es sind viele Gäste da, vor allem Studierende. Alle schauen zu der kleinen Bühne, auf der normalerweise Musikbands auftreten. Heute steht da aber der junge Historiker Manuel Lorenz. In den nächsten Minuten wird er das machen, was er besonders gut kann: dozieren. Der Wissenschaftler tritt zum Science-Slam an.

Lorenz spricht über die Katharer, eine religiöse Gruppe aus dem 12. Jahrhundert. Doch er spricht nicht trocken und wissenschaftlich wie an der Uni oft üblich. Er hält eine freche und witzige Rede, in der er die Katharer mit Jimi-Hendrix-Fans vergleicht. Will er den Slam gewinnen, muss er besser sein als seine drei Konkurrenten – zwei Physiker und ein weiterer Historiker. Jeder von ihnen wird über ein Thema sprechen, in dem er Experte ist.

Den Science-Slam erfunden hat die Biologin Julia Offe. Inzwischen organisiert sie den Wettkampf in vielen deutschen Städten. Sie erklärt: "Wir hocken in Deutschland als Wissenschaftler immer noch viel zu sehr im Elfenbeinturm." Offe ist davon überzeugt, dass es wichtig ist, auch Laien den wissenschaftlichen Alltag näherzubringen.

Das denkt auch Lorenz. Er ist der Meinung, dass Forscher sich nicht hinter einer komplizierten Sprache verstecken sollten. Er sagt: "Wir leben im Informationszeitalter des 21. Jahrhunderts. Da ist der Science-Slam nur die Eisspitze eines neuen Trends von Wissensformaten, die ein interessiertes Publikum endlich dort abholen, wo es steht." Das Kölner Kneipenpublikum jedenfalls ist begeistert – und kürt Manuel Lorenz zum Gewinner des Abends.

Glossar

trocken – hier: sachlich; so, dass etwas nicht besonders unterhaltsam ist

etwas vermitteln – etwas erklären

auftreten – hier: auf der Bühne etwas vorführen

Historiker/in, der/die – der/die Geschichtswissenschaftler/in

dozieren – lehren; vor einem Publikum über etwas sprechen

zu etwas antreten – bei etwas mitmachen

frech – hier: witzig und mutig; ↔ artig

Jimi-Hendrix-Fan, der – jemand, der den Rockstar Jimi Hendrix gut findet

Konkurrent/in, der/die – jemand, gegen den man kämpft

im Elfenbeinturm hocken – an einem einsamen, geschützten Ort weit weg vom Rest der Welt sein

Laie, der – jemand, der nur wenig über ein Thema weiß

jemandem etwas näherbringen – jemandem etwas erklären

Informationszeitalter, das – die heutige Zeit, in der Informationen und der Zugang zu ihnen eine wichtige Rolle spielen

etwas ist nur die Eisspitze – (gemeint ist: etwas ist nur die Spitze des Eisbergs) etwas ist nur ein kleiner, sichtbarer Teil einer viel größeren Entwicklung

Wissensformat, das – die Darstellung von Wissen in einer bestimmten Form (z. B. das Konzept einer Fernsehsendung, einer Show oder eines Podcasts)

jemanden dort abholen, wo er steht – etwas genau so erklären, wie ein bestimmtes Publikum es verstehen kann

begeistert – so, dass man etwas toll findet

jemanden küren – jemanden auswählen

Fragen zum Text

1. Was passiert bei Science-Slams?

a) Biologin Offe organisiert Shows, in der der Historiker Lorenz auftritt.

b) Wissenschaftler treffen sich, um Fachgespräche zu führen.

c) Es wird auf unterhaltsame Art über Wissenschaft gesprochen.

2. Wo finden Science-Slams statt?

a) in der Universität

b) im Elfenbeinturm

c) in Bars

3. Lorenz steht auf der Bühne und erklärt dem Publikum(,) …

a) was er über das Informationszeitalter und die neuen Wissensformate denkt.

b) wer die Katharer waren.

c) was ein Science-Slam ist.

4. Lorenz nennt den Science-Slam "die Eisspitze eines neuen Trends von Wissensformaten", weil er …

a) dieses Format nicht mag.

b) nicht glaubt, dass es in der Zukunft ähnliche Formate geben wird.

c) glaubt, dass es immer mehr solcher Formate geben wird.

5. Wann wird das Wort "abholen" im Sinne von "gut erklären" verwendet?

a) Manche Eltern holen ihre Kinder von der Schule ab, andere nicht.

b) Ein Lehrer ist gut, wenn der seine Schüler dort abholt, wo sie stehen.

c) Die Bücher müssen von den Schülern selbst abgeholt werden.

Arbeitsauftrag
1. Lorenz sagt: "Wir leben im Informationszeitalter". Was bedeutet das für Sie? Erklären Sie den Begriff "Informationszeitalter" schriftlich in einigen Sätzen. .

2. Suchen Sie zwei bis drei weitere Wörter, die mit "Information-" anfangen. Erklären Sie auch diese in eigenen Worten.

Autorinnen: Gisa Funck /Anne Gassen

Redaktion: Shirin Kasraeian

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