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Wirtschaft

Wirtschaftsnachrichten vom 20.11.2001

Deutsche Firmen: Stärkster Exportrückgang seit fünf Jahren

Die stark exportabhängige deutsche Wirtschaft ist nach den neuesten Konjunkturdaten des Bundesfinanzministeriums von den Terroranschlägen in den USA schwer getroffen worden. Die Exporte sanken im September gegenüber dem Vormonat um 4,6 Prozent. Dies sei «der stärkste Rückgang in einem Monat seit über fünf Jahren», stellte das Ministerium fest. Auftragseingänge und Industrie- produktion seien im dritten Quartal insgesamt zurückgegangen. Auch beim privaten Konsum der Verbraucher in Deutschland stellte das Bundesfinanzministerium «Schwächetendenzen» fest. Für die kommenden Monate sei weiterhin mit einer gedämpften Konsumnachfrage zu rechnen.

OECD: Weltwirtschaft stagniert, doch Erholung ist in Sicht

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet nach der gegenwärtigen Flaute mittelfristig einen deutlichen Konjunkturaufschwung. Im Anschluss an eine durch die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September verlängerte Stagnation sei im Laufe des Jahres 2002 mit einer Belebung zu rechnen, teilte die OECD am Dienstag in Paris mit. Die OECD-Werte liegen zwischen den jüngsten Prognosen des Sachverständigenrats der Bundesregierung und den Erwartungen der Regierung selbst. Der Sachverständigenrat rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent in diesem und von 0,7 Prozent im kommenden Jahr. Die Bundesregierung erwartet 0,75 Prozent Wachstum für 2001 und 1,25 Prozent für 2002.

Lufthansa fliegt deutlich weniger Passagiere nach Terroranschlägen

Die Deutsche Lufthansa hat im Oktober als Folge der Terroranschläge in den USA deutlich weniger Passagiere geflogen als im Vorjahr. Wie das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte, sank die Zahl der beförderten Passagiere um 13 Prozent auf 3,8 Millionen. Damit rutschte auch die Bilanz für die ersten zehn Monate ins Minus: Von Januar bis Oktober flogen 39,6 Millionen Passagiere und damit 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr mit der Kranichlinie. Bis Ende September hatte die Lufthansa rund 36 Millionen Gäste befördert, was einer Steigerung von 1,1 Prozent gegenüber den ersten neun Monaten 2000 entsprach.

Lufthansa und Cockpit suchen Weg aus festgefahrenen Gesprächen

Nach der ergebnislosen Unterbrechung der Gespräche über ein Sparprogramm bei der Lufthansa suchen der Vorstand und die Pilotenvereinigung Cockpit einen Weg aus der Sackgasse. Noch am Dienstag sollten Vertreter beider Seiten zu einem Spitzengespräch zusammentreffen, wie Cockpit mitteilte. Angesichts der großen Differenzen sei er aber sehr skeptisch, sagte Cockpit-Sprecher Georg Fongern. Er bekräftigte, dass die im Sommer erkämpfte neue Gehalts-Struktur nicht zur Debatte stehe. In den ebenfalls ausgesetzten Gesprächen mit der Gewerkschaft ver.di über Kostensenkungen bei den über 50 000 Beschäftigten am Boden und in den Kabinen gibt es laut ver.di vorerst weiter keinen neuen Termin. Die Lufthansa verhandelt wegen massiver Buchungsrückgänge nach den Anschlägen in den USA seit vier Wochen mit den Gewerkschaften.

Europäischer Gerichtshof stärkt Markenrechte gegen Re-Importe

Markenprodukte dürfen von Discountern nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Herstellers zu Billigpreisen verkauft werden. Dies geht aus einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in Luxemburg vom Dienstag hervor. Damit entschieden die Richter nach einem dreijährigen Rechtsstreit zu Gunsten des US-Jeansherstellers Levi Strauss und gegen die britische Supermarktkette Tesco. Tesco hatte über Jahre hinweg Levi's-Jeans außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums erworben und die Hosen zu günstigen Preisen in ihren Filialen verkauft. Das EuGH entschied nun, dass der Hersteller beziehungsweise der Rechteinhaber an einem Produkt in einem solchen Fall seine Zustimmung erteilten muss. Dem Kläger Levi Strauss hatte sich auch die Schweizer Luxusmarke Davidoff angeschlossen.


Deutscher Kondomhersteller gründet Joint-Venture in Südafrika

Der Kölner Kondomhersteller Condomi will in Südafrika jährlich rund 100 Millionen Kondome für den afrikanischen Markt produzieren. Die Gründung der condomi africa sei ein Joint Venture zwischen dem Tochterunternehmen condomi plus und der Ferrostaal Investments South Africa sowie dem Black Empowerment- Konsortium, teilte die Condomi AG am Dienstag in Köln mit. Dabei sollen Rohkondome, die aus der Produktion des Hauptwerks in Erfurt stammen, am südafrikanischen Standort geprüft und veredelt werden.

US-Töchter deutscher Unternehmen trotz Terroranschlägen optimistisch

Ein Großteil der US-Tochterfirmen deutscher Unternehmen gibt sich trotz der schwachen amerikanischen Konjunktur optimistisch und will die langfristigen Wachstumschancen nutzen. Dies hat eine am Montagabend in New York veröffentlichte gemeinsame Schnellumfrage der Düsseldorfer Unternehmensberatungsfirma Droege & Comp. und der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer in New York ergeben. Es wurden die Geschäftsführer von 25 deutschen Spitzenunternehmen in den USA befragt, darunter BASF, Carl Zeiss, Deutsche Telekom, E.ON, Hochtief und WestLB. Fast 90 Prozent der Geschäftsführer glaubten demnach an eine rasche Erholung der US-Wirtschaft. Mehr als 80 Prozent hätten ihren Mutterfirmen empfohlen, jetzt in den USA zu investieren.

Netz von 120 Expresszug-Linien soll Deutschland überziehen

Die Deutsche Bahn (DB) plant ein Netz von rund 120 Expresszug-Linien als schnelle Nahverkehrsverbindung. Sie sollen auf Strecken bis 300 Kilometer die Lücke zwischen Nah- und Fernverkehrsangeboten schließen, sagte DB-Regio-Vorstandsmitglied Ulrich Homburg am Dienstag in Dortmund. Auf den Linien würden ausschließlich Triebzüge oder moderne Doppelstockwagen fahren und mittlere Zentren auf schnellstem Weg mit Ballungsgebieten verbinden, sagte Homburg.

Deutsche Autobauer sehen Wachstumschancen in Lateinamerika

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht in Lateinamerika langfristige Wachstumschancen für die deutsche Automobilindustrie. Auf Brasilien, Mexiko und Argentinien entfielen laut VDA im Jahr 2000 mit über einer Million Fahrzeuge ein Viertel der gesamten deutschen Auslandsproduktion. Allein in Brasilien sei die Produktion im laufenden Jahr bislang um 10 Prozent gesteigert worden. 2000 wurden in diesem Land eine halbe Million Fahrzeuge hergestellt.

Studie: Bereits 14 Millionen Verbraucher kaufen im Internet

Einkaufen im Internet wird in Deutschland zunehmend beliebter. Rund 14 Millionen der insgesamt 24 Millionen Internet-Nutzer sind inzwischen regelmäßige oder gelegentliche Online-Shopper, wie aus einer Untersuchung hervorgeht, deren Ergebnisse die Deutsche Post am Dienstag in Bonn vorgestellt hat. Bücher, Musik-CDs und Videos stünden mit großem Abstand an der Spitze und machten gut zwei Drittel der Bestellungen aus. Für drei von fünf Internetnutzern gehöre Shopping fest zum Surf-Programm.

Preis für OPEC-Öl fällt unter 16 Dollar

Der Preis für Öl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist am Montag auf nur noch 15,85 Dollar gefallen nach 16,08 Dollar am vergangenen Freitag. Das berichtete das OPEC-Sekretariat am Dienstag in Wien. In der vergangenen Woche hatte der Durchschnittspreis noch übr 18 Dollar je Barrel (159-Liter-Fass) betragen. 2000 hatte diese Menge im Schnitt über 27 Dollar gekostet. Das Kartell strebt einen Preis von deutlich über 20 Dollar an. Es drängt daher auch die Ölproduzenten außerhalb der OPEC, die Förderungen merklich zu drosseln. Mit dieser Verknappung des Angebotes sollen die Preise wieder nach oben gedrückt werden.

  • Datum 20.11.2001
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1OPl
  • Datum 20.11.2001
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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