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Wirtschaft

Wirtschaftsnachrichten vom 19.11.2001

Deutsche Wirtschaft wächst nicht mehr

Die Wirtschaft in Deutschland ist nach Einschätzung der Bundesbank im dritten Quartal nicht mehr gewachsen, allerdings auch nicht - wie teilweise befürchtet - geschrumpft. Die Experten gehen von Juli bis September von einer Stagnation des Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus, wie es in dem am Montag veröffentlichten Monatbericht hieß. Die gesamtwirtschaftliche Produktion dürfte nach ersten Berechnungen saisonbereinigt knapp das Ergebnis des zweiten Quartals gehalten haben. Den Vorjahresstand habe die Produktion damit nur noch um rund 0,25 Prozent übertroffen. Die ersten drei Quartale zusammengenommen ergebe sich im Vergleich zum Vorjahr eine Wachstumsrate von 0,75 Prozent. Das BIP hatte im zweiten Vierteljahr gegenüber dem ersten Vierteljahr überhaupt nicht mehr zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal wuchs die Wirtschaft um 0,6 Prozent - das war die geringste Zunahme seit vier Jahren.


Deutschland weltweit mit dritthöchsten Krankheitskosten

Die Krankheitskosten in Deutschland erreichen nach einer Studie des Münchner ifo-Instituts im weltweiten Vergleich den dritthöchsten Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Insgesamt fließen demnach hierzulande 14,7 Prozent des BIP in den krankheitsbedingten Arbeitsausfall, ergab die nach einer neuen Methode vorgenommene Untersuchung, die am Montag veröffentlicht wurde. Nur die USA mit einem Anteil von 15,7 Prozent und Österreich mit einem Anteil von 14,8 Prozent haben höhere Krankheitskosten. Studienautor Rigmar Osterkamp führte die hohen Kosten in Deutschland unter anderem auf das hiesige System der Lohnfortzahlung zurück. Die ifo-Experten addierten für ihren Vergleich von 20 Industrieländern den Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP und den Anteil der verlorenen Arbeitstage pro Jahr. Bei bisherigen Studien wurden nur die Gesundheitsausgaben betrachtet.

Bundesbank: Kaum Preiserhöhung vor Euro-Einführung

Die Einführung des Eurobargelds zum Jahreswechsel hat bislang nach offiziellen Angaben nur in wenigen Fällen zu Preisaufschlägen geführt. Das berichtet die Deutsche Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Gemeinsam mit dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden beobachtet die Notenbank, ob der Handel die Bargeldeinführung zu 'ungerechtfertigten Preisanhebungen' nutzt. Bei einigen Lebensmitteln beobachtete das Statistische Bundesamt zwar höhere Preise, doch dieser Anstieg sei nur zu einem Zehntel auf die Einführung des Euro-Bargeld zurückzuführen. Erst in wenigen Fällen sei eine Umstellung auf attraktive Euro-Preise festzustellen.

Windkraft soll Wasserkraft bei Stromerzeugung bald überholen

Die Windenergie wird bei Stromerzeugung nach Berechnungen des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR/Münster) im Jahr 2003 die Wasserkraft überholen. Dann würden die in Deutschland installierten Windkraftanlagen vermutlich die Grenze von 20 Milliarden Kilowattstunden erzeugten Stroms pro Jahr überschreiten, sagte der Leiter des Forums, Norbert Allnoch, am Montag in Münster. In diesem Jahr werden bundesweit rund 13 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Windkraft erzeugt. Der Anteil aller regenerativen Energien an der Stromerzeugung liege in diesem Jahr bei etwa acht Prozent. Im Jahr 2003 soll erstmals die Zehn-Prozent-Marke überschritten werden, prognostizierte Allnoch.

Deutscher Kredit für berufliche Weitwerbildung in Südafrika

Einen Kredit zur beruflichen Förderung talentierter junger Südafrikaner hat die Deutsche Investitions- und Entwicklungs- gesellschaft mbH (DEG/Köln) am Montag vergeben. Der Vertrag mit der südafrikanischen Partnerorganisation Edu-Loan über 10 Millionen Rand (1,3 Mio Euro) wurde am Montag in Johannesburg unterzeichnet. Nach DEG-Angaben hat Edu-Loan ein neues Kreditmodell entwickelt, mit dem finanzschwache Südafrikaner ihre berufliche Weiterbildung selbst finanzieren können. Die Mikrokredite werden nicht dem Antragsteller selbst, sondern der Ausbildungsstätte überwiesen. Die Rückzahlung erfolgt durch monatlichen Lohnabzug. Der DEG-Kredit ist für die Förderung von rund 5000 Südafrikanern gedacht.

Siemens rutscht bei Handy-Herstellern auf Platz fünf

Der Münchener Siemens-Konzern hat nach den Angaben des Branchenforschungsinstituts Gartner Dataquest im dritten Quartal 2001 im weltweiten Markt für Mobiltelefone Anteile verloren und ist unter den Herstellern auf Platz fünf abgerutscht. Der Marktanteil von Siemens sei im dritten Quartal auf 7,2 Prozent von 8,6 Prozent im Vorjahresquartal zurückgegangen, teilte Gartner am Montag mit. Im zweiten Quartal war Siemens mit einem Marktanteil von 7,9 Prozent noch der viertgrößte Handy-Hersteller der Welt gewesen. Im dritten Quartal habe die südkoreanische Samsung mit einem Anteil von 7,5 Prozent Siemens überholt, teilte Gartner weiter mit. Der finnische Marktführer Nokia baute seinen Marktanteil auf 33,4 (Vorjahr: 30,6) Prozent aus.

Zwei Drittel der Unternehmer suchen nach qualifiziertem Personal

Mehr als zwei Drittel der deutschen Unternehmer haben Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Fachkräften für freie Stellen. In einer am Montag in Berlin vorgestellten dimap-Studie im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) gaben 68 Prozent der befragten Unternehmen an, dass es im vergangenen Jahr Probleme gab, geeignete Bewerber zur Besetzung vakanter Stellen zu finden. Zwei Drittel von ihnen nannten die mangelnde fachliche Qualifikation der Kandidaten als Grund. Daneben erwähnten 24 Prozent der Unternehmen eine zu geringe Mobilität der Bewerber als Problem. Besonders angespannt sei die Lage im Dienstleistungssektor, hieß es. Dort gaben drei von vier Unternehmen an, es habe in der Vergangenheit Probleme bei der Stellenbesetzung gegeben.

Sparkassenverband fordert Reformen bei Basel II

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) hat den umstrittenen Entwurf des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht für neue Regeln bei der Kreditvergabe kritisiert. Die jetzigen Vorschläge benachteiligten den Mittelstand und machten die Kredite teurer, betonte Holger Berndt, Geschäftsführendes DSGV- Vorstandsmitglied, am Montag in Frankfurt. Daher habe sein Verband insgesamt zehn Forderungen für die nächste Gesprächsrunde in der Schweiz aufgestellt. Seit 1998 versucht der Baseler Ausschuss ein Regelwerk über die Kreditvergabe zu erstellen. Damit soll für alle Banken weltweit vorgeschrieben sein, mit wieviel Eigenkapital sie einzelne Kredite für Unternehmen absichern müssen. 2005 sollen die neuen Bestimmungen - kurz Basel II genannt - in Kraft treten.

  • Datum 19.11.2001
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1OBJ
  • Datum 19.11.2001
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