1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Wirtschaftsnachrichten vom 15.11.2001

Russland will Erdölförderung nicht kürzen - Wachstumsprognosen gesenkt - E.ON trotzt der Konjunkturflaute

Russland will Erdölförderung nicht kürzen

Russland hat die Forderung der OPEC-Staaten zurückgewiesen, seine Ölförderung deutlich zurückzufahren. Eine leichte Reduktion sei nicht ausgeschlossen, eine deutliche Senkung der Ausfuhren werde es aber nicht geben, sagte Ministerpräsident Michail Kasjanow. Die OPEC-Staaten hatten sich grundsätzlich auf eine Drosselung ihrer Produktion um 1,5 Millionen Barrel oder sechs Prozent pro Tag geeinigt, um den Ölpreisverfall aufzuhalten. Bedingung der OPEC war aber, dass Nicht-OPEC-Staaten wie Norwegen, Mexiko und Russland ihre Produktion gleichfalls um täglich 500.000 Barrel herunterfahren.

IWF senkt Wachstumsprognose für Weltwirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft deutlich nach unten korrigiert. Für 2002 geht IWF-Chef Horst Köhler nur noch von einem Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,4 Prozent aus. Bislang hatte der IWF 3,5 Prozent vorhergesagt. Auch für das laufende Jahr wurde die Prognose nach unten korrigiert: Statt von 2,6 Prozent geht der IWF jetzt nur noch von 2,4 Prozent Wachstum aus. Zuversichtlich zeigte sich Köhler aber weiter, dass ab Mitte kommenden Jahres grundsätzlich eine Erholung der Weltwirtschaft einsetzen werde. Ganz ausschließen lasse sich aber ein schlechteres Szenario nicht. Der IWF-Chef betonte gleichzeitig, er sehe weiteren Spielraum für Zinssenkungen. Inflationäre Gefahren seien praktisch nicht vorhanden.

EZB zuversichtlich für 2002

Die aktuelle Konjunkturflaute ist nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank nicht von langer Dauer. Die Währungshüter sehen die Rahmenbedingungen für eine Erholung im Verlauf des kommenden Jahres gegeben. Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten des Euro-Gebietes seien solide. Zudem dürfte die Unsicherheit, die die Weltwirtschaft derzeit überschatte, mit der Zeit zurückgehen, so dass die europäische Wirtschaft wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren könne. Zudem werden sich niedrige Zinsen und stabile Preise positv auf die Konjunktur auswirken. Die Währungshüter mahnten, trotz der negativen Folgen der Konjunkturabkühlung auf die nationalen Haushalte müssten die Euro-Staaten an ihrer Konsolidierungspolitik festhalten.

US-Töchter belasten Telekom mit Milliardenverlusten

Die US-Mobilfunkunternehmen der Deutschen Telekom, VoiceStream und Powertel, mussten in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres einen erheblichen Verlust von netto 2,6 Milliarden Euro (2,3 Milliarden Dollar) hinnehmen. Allerdings stieg im gleichen Zeitraum die Zahl der Kunden von 5,5 Millionen auf 6,3 Millionen. Auch die Verluste vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen verringerten sich von 120 Millionen Dollar auf 95 Millionen Dollar. Die Telekom hofft nun auf neue Produkte, vor allem auf die schnelle Datenübertragung per Handy nach dem GPRS-System, das VoiceStream nach Telekom-Angaben als erstes Mobilfunkunternehmen in den USA anbietet.

City-Telefongesellschaften wollen gegen Telekom vorgehen

Die kleinen Telefongesellschaften in Deutschland nehmen einen neuen Anlauf gegen den Riesen Telekom. Der Präsident ihres Verbandes Breko, Udo Pauck, forderte die Regulierungsbehörde förmlich auf, erneut die Telekom-Preise für den schnellen Internetzugang T-DSL zu überprüfen. Breko-Unternehmen klagen zudem gegen die Regulierungsbehörde wegen deren Entscheidung zur Netzzusammenschaltung. Ihre Zukunftsaussichten sehen die City- und Regionalbetreiber nach Darstellung Paucks verhalten. Im ersten Halbjahr 2001 seien zwar die Zahl der Kunden um 60 Prozent auf 1,2 Millionen gewachsen und die Umsätze im gleichen Maß auf rund 1,6 Milliarden Mark gestiegen. Noch schrieben die Unternehmen aber rote Zahlen.

E.ON trotzt der Konjunkturflaute

Europas größter privater Energiekonzern, die Düsseldorfer E.ON, will sein Betriebsergebnis in diesem Jahr deutlich steigern. In seinem am Donnerstag in Düsseldorf veröffentlichten Zwischenbericht bekräftigte der Konzern die Erwartung, den Betriebsgewinn in diesem Jahr deutlich zu steigern. In den ersten neun Monaten verbesserte das Unternehmen seinen Betriebsgewinn um 55 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro (5,7 Milliarden Mark). Diese hohe Steigerungsrate werde sich allerdings nicht für das gesamte Jahr halten lassen. Sie sei vorwiegend auf den Verkauf der verlustreichen Telekommunikationstöchter wie Viag Interkom zurückzuführen, betonte das Unternehmen.


Loewe mehr als zufrieden

Trotz des schlechten Konsumklimas ist der Unterhaltungselektronikhersteller Loewe mit dem Verlauf der ersten neun Monate dieses Jahres mehr als zufrieden. Der Loewe-Umsatz erhöhte sich im dritten Quartal um sechs Prozent auf 94 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern wurde den Angaben zufolge um 25 Prozent auf 6,6 Millionen Euro gesteigert. Besonders beim Export konnte das Unternehmen einen Zuwachs erzielen. Derweil überlegt Loewe, sich vom defizitären Telekommunikationsbereich zu trennen.

Microsoft verkauft erste Xbox

Mit riesigem Werbeaufwand hat der US-Softwaregigant Microsoft am Donnerstag in den USA und Kanada seine Spielekonsole Xbox auf den Markt gebracht. Konzerngründer Bill Gates selbst probierte mit den ersten Kunden in New York das neue Gerät aus. Mit der Xbox wagt sich der Software-Konzern erstmals in die Welt der Videospiel-Konsolen. Dort will er die Konkurrenten Sony und Nintendo abhängen.

  • Datum 15.11.2001
  • Autorin/Autor Erik Albrecht
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/1NTD
  • Datum 15.11.2001
  • Autorin/Autor Erik Albrecht
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/1NTD