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Wirtschaft

Wirtschaftsmeldungen vom 22.11.2001

EZB lässt Zinsen unverändert

Wie erwartet läßt die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen für den Euroraum unverändert. Der wichtigste Zinssatz zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Notenbank-Geld bleibt damit bei 3,25 Prozent, wie die EZB am Donnerstag mitteilte. Nach der letzten Zinssenkung am 8. November hatte EZB-Präsident Wim Duisenberg gesagt, die EZB werde in der Regel nur noch auf jeder ersten Sitzung des Monats über die Leitzinsen entscheiden.

Konjunktur am Rande der Rezession - BIP im 3. Quartal geschrumpft

Die deutsche Wirtschaft ist im 3. Quartal 2001 auf Grund einbrechender Investitionen an den Rand einer Rezession geraten. Vor allem die ungebrochen hohen Exporte haben einen deutlichen Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Leistung verhindert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im 3. Vierteljahr gegenüber den drei vorangegangenen Monaten real um 0,1 Prozent. Damit lag das BIP nur noch 0,3 Prozent höher als vor Jahresfrist. Dies teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit.

Pleitenrekord in Deutschland

Die konjunkturelle Talfahrt hat Deutschland einen neuen Pleitenrekord beschert. Wie der Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) am Donnerstag in Berlin mitteilte, steigt die Zahl der Insolvenzen in diesem Jahr aller Voraussicht nach auf über 33.000. Im vergangenen Jahr waren 28.200 Firmen betroffen. Durch die Pleiten verloren in diesem Jahr mehr als eine halbe Million Beschäftigte ihren Job. Die wirtschaftlichen Schäden summierten sich auf 70 Milliarden Mark (36 Milliarden Euro).

Optikspezialist Zeiss verdoppelt Ergebnis

Der Elektronik- und Optikspezialist Carl Zeiss hat im abgelaufenen Geschäftsjahr das beste Ergebnis seiner Geschichte erzielt. "Das Ergebnis nach Steuern verdoppelte sich auf 110 Millionen Euro", sagte Vorstandssprecher Dieter Kurz am Donnerstag in Stuttgart. Der Umsatz sei um drei Prozent auf knapp über zwei Milliarden Euro gestiegen. Im Bereich Augenheilkunde plane die Carl Zeiss Gruppe die Verschmelzung mit der Asclepion-Meditec AG (Jena)zum Weltmarktführer als Systemanbieter.



EU schlägt Indien bilaterales Handelsabkommen vor

Die Europäische Union (EU) schlägt Indien einen bilateralen Handelsvertrag vor. Sollte Indien dieses Abkommen unterzeichnen, werde die EU indischen Herstellern mehr Zugang zum europäischen Textilmarkt gewähren. Auch die Probleme der indischen Landwirtschaft sollen in Brüssel mehr berücksichtigt werden, sagte EU-Handelskommissar Pascal Lamy am Donnerstag am Rande eines Wirtschafts-Gipfeltreffens. Sollte der bilaterale Vertrag zu Stande kommen, werde die EU technische Hilfe leisten, damit indische Agrarexporte die Gesundheitsanforderungen der EU erfüllen könne.

Siemens erweitert GSM-Netz von China Mobile

Der Siemens-Geschäftsbereich IC Mobile erweitert das GSM-Handynetz des chinesischen Betreibers China Mobile. Wie Siemens am Donnerstag in München mitteilte, hat der Auftrag in der Region Xinjiang ein Volumen von 88 Millionen Euro (172 Millionen Mark). Das Projekt soll im August 2002 abgeschlossen sein. China Mobile ist den Angaben zufolge mit 92 Millionen Kunden der größte GSM-Mobilfunkbetreiber der Welt.

Hilfsorganisationen fordern mehr Entwicklungshilfe

Führende Hilfsorganisationen haben der Bundesregierung vorgeworfen, der Entwicklungspolitik nicht den angemessenen Stellenwert einzuräumen. Deutschland bringe derzeit 0,27 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Entwicklungshilfe auf und liege damit deutlich unter dem europäischen Schnitt von 0,33 Prozent. Das kritisieren die Deutsche Welthungerhilfe und "Terre des Hommes" in ihrem 9. Bericht zur Entwicklungshilfe, der am Donnerstag in Berlin vorgelegt wurde. Der Trend sei weiter fallend. Die großen Geberländer streben eine Marke von 0,7 Prozent des BIP für Entwicklungshilfe an. In Deutschland ging sie in den vergangenen 20 Jahren von ehemals 0,48 Prozent stetig zurück.

E.ON präzisiert Wachstumspläne in den USA

Der Energiekonzern E.ON AG will in den USA möglichst rasch nach dem Markteinstieg durch die Powergen-Tochter LG&E zwei weitere Energieunternehmen kaufen. Vorstandschef Ulrich Hartmann präzisierte mit dieser Zahl in einem Interview der 'Financial Times Deutschland' die Wachstumsziele seines Konzerns. Bislang hieß es, E.ON könne durch wenige Übernahmen in die Gruppe der Großen am US-Strommarkt aufrücken. "Wir haben immer gesagt, LG&E ist für uns das Sprungbrett für Amerika", sagte ein Konzersprecher am Donnerstag auf Anfrage. Ob es schon konkrete Übernahmeziele gebe und welche das seien, wollte er aber nicht sagen.

Ein Jahr nach BSE hat sich der Rindfleischkonsum fast normalisiert

Ein Jahr nach dem ersten BSE-Fall in Deutschland steuert der Rindfleischkonsum wieder auf Normalmaß zu. Vermutlich werde die Menge an verkauftem Fleisch ab Ende November wieder über der des Vorjahresmonats liegen, sagte Marktforscher Thomas Els von der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn. Der Deutsche Bauernverband (DBV) erklärte am Donnerstag, durch Kontrollen und Tests sei das Vertrauen der Verbraucher "wieder weitgehend zurückgewonnen" worden. Trotz intensiver Forschung sah das Bundesverbraucherministerium unterdessen noch keinen Durchbruch bei neuen Testverfahren, mit denen BSE auch bei Jungtieren nachgewiesen werden könnte.

  • Datum 22.11.2001
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1Otp
  • Datum 22.11.2001
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