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Fokus Osteuropa

Wirtschaftskrise trifft Mediensektor in Serbien hart

Die globale Wirtschaftskrise spüren auch die Medien in Serbien. Gegengesteuert werden soll mit einem staatlichen Maßnahmenpaket. Ein Fonds soll Journalisten direkt unterstützen.

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Printmedien am schwersten betroffen

Die Medien in Serbien leiden unter den Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise. Die Lage scheint so ernst, dass sich auch das serbische Kulturministerium besorgt äußert. Pressesprecher Bozidar Manojlovic sagte der Deutschen Welle: „Die elektronischen Medien sind nicht ausgenommen, aber die Krise wirkt sich mehr auf die Printmedien aus. Uns liegen Informationen vor, dass sie in einer schwierigen Lage sind. Ihre Zukunft ist ungewiss. Das schürt bei den Beschäftigten Existenzängste“, so Manojlovic.

Verbesserung der Geschäftsbedingungen

400 registrierte Fernseh- und Hörfunksender, 17 Tageszeitungen, zahlreiche Periodika und mehrere Nachrichtenagenturen umfasst der Mediensektor in Serbien.

Als Reaktion auf Hilfsappelle der Medien hat das Ministerium gemeinsam mit Medienvertretern Arbeitsgruppen gebildet, die umgehend konkrete Maßnahmen erarbeiten sollen. Mit einer Unterstützung können nur diejenigen Medien rechnen, die ordentlich ihre Steuern zahlen und ihrer Zahlungspflicht gegenüber den Mitarbeitern regelmäßig nachkommen.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen im Wesentlichen die Geschäftsbedingungen erleichtern. So unterstützt das Ministerium vor allem die geforderte Senkung der Nutzungsgebühren für Sendefrequenzen bei elektronischen Medien, Ratenzahlungen bei der Mehrwertsteuer, die Lockerung des Anzeigengesetzes sowie die Überprüfung der Gebühren für die serbische Verwertungsgesellschaft SOKOJ.

Verkleinerung des Mediensektors

Dem Generalsekretär der Unabhängigen Journalistenverbandes Serbiens, Svetozar Rakovic, zufolge gefährdet die Krise aber zunehmend die 22.000 Arbeitsplätze im Mediensektor. Die Krise werde zu einer Verkleinerung der Medienlandschaft führen, glaubt Rakovic. Auch qualitativ hochwertige Medien seien gefährdet. „Bedauerlicherweise werden bei dieser Selektion auf dem Medienmarkt auch zahlreiche gute Medien daran glauben müssen – insbesondere auf lokaler sowie regionaler Ebene, und ich fürchte, auch auf landesweiter Ebene. Wir befürchten bzw. vermuten, dass die am leichtesten überleben werden, die ans Staatsbudget gekoppelt sind“, meint Rakovic.

Auch Journalisten sollen profitieren

Als Teil des Maßnahmenpakets hat der Unabhängige Journalistenverband Serbiens einen Hilfsfonds für Journalisten gegründet. Die Anfangskosten würde das Kulturministerium übernehmen. Rakovic zufolge sind auch Spendenmittel zu erwarten: „Wir haben Zusagen von einigen internationalen Geberorganisationen. Beispielsweise der Fonds für eine offene Gesellschaft. Auch die internationale Nicht-Regierungsorganisation IREX und die OSZE sind bereit zu helfen.“

Unterstützt werden sollen Journalisten, nicht die Medienunternehmen. „In diesem Fonds werden Journalisten bevorzugt“, sagte Rakovic. Voraussetzung für den Erhalt von Mitteln aus dem Fonds ist, dass die Journalisten, den Journalistenkodex von Serbien, der auch ethische Regeln des Berufsstandes definiert, in der Berichterstattung achten und anwenden. An dem Fonds sollen ausschließlich Vertreter privater Medien partizipieren können, weil der Journalistenverband die Ansicht vertritt, dass die öffentlichen Medien sich an den Staat um Hilfe wenden können.

Autor: Ivica Petrovic / Mirjana Dikic

Redaktion: Bernd Johann

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