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Wirtschaft

Wirtschaftsforum Lateinamerika: Wo steht Brasilien?

Die Weltwirtschaftskrise macht auch vor Lateinamerika nicht halt. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Rio de Janeiro (bis 16.04.2009) suchen Staatschefs und Wirtschaftslenker nach Wegen aus der Krise.

Brasiliens Präsident Lula da Silva (AP Photo/Mary Altaffer)

Brasiliens Präsident Lula da Silva ist Gastgeber des Wirtschaftsforums Lateinamerika

Emilio Lozoya macht sich keine Illusionen. Der Leiter des Weltwirtschaftsforums in Rio de Janeiro, dem lateinamerikanischen Gegenstück zum Weltwirtschaftsforum in Davos, weiß genau, dass auch der Gastgeber Brasilien von der Krise hart getroffen ist. Im Februar sank die Industrieproduktion auf das niedrigste Niveau seit sechs Jahren, der Absatz brach um zehn Prozent ein.

Trotzdem will Lozoya die Hoffnung nicht aufgeben. "Brasilien schenkt uns einen Hoffnungsschimmer", ist er überzeugt. Denn der Finanzsektor des Landes ist sehr gut aufgestellt, weil er sich nicht an den abenteuerlichen Spekulationen westlicher Banken beteiligt hat. "Außerdem ist der brasilianische Binnenmarkt in letzter Zeit stark gewachsen, und es gibt eine junge Bevölkerung, die den Konsum ankurbeln kann - da steckt viel Potential dahinter."

Widersprüchliche Zahlen

Blick über die Bucht bei Botafogo auf den Zuckerhut in Rio de Janeiro (Foto: dpa)

Wohin steuert Brasiliens Wirtschaft?

Wenn in Rio Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva, Álvaro Uribe aus Kolumbien und Oscar Arias aus Costa Rica mit Unternehmern und Experten aus fast 40 Ländern über Wege aus der Krise diskutieren, ist noch immer nicht ausgemacht, wo der Kontinent eigentlich steht. Ist er am Anfang der Krise oder ist bereits das Gröbste ausgestanden? Die Zahlen sind jedenfalls nicht eindeutig.

Denn trotz der katastrophalen Februar-Zahlen stellen einige Experten schon wieder eine leichte Erholung gegenüber den Januar-Werten fest. "Vielleicht sehen wir schon im zweiten Halbjahr wieder ein Wachstum", sagt Flávio Castelo Branco, Analyst für Wirtschaftspolitik beim Verein der Nationalen Industrie, dem brasilianischen Gegenstück zum Bundesverband der deutschen Industrie.

Für jeden eine passende Prognose

Im vergangenen Jahr schien die Welt noch in Ordnung. Brasilien hatte das Jahr mit einem Wachstum von fünf Prozent abgeschlossen. Doch schon im vierten Quartal war die gesamte Wirtschaftsleistung des Landes um vier Prozent eingebrochen. Im Moment können sich Optimisten und Pessimisten aussuchen, welcher Prognose sie mehr Glauben schenken wollen: Die Regierung glaubt noch an ein Wachstum von zwei Prozent, der nationale Industrieverband CNI spricht von einem Nullwachstum, während die Analysten von Morgan Stanley damit rechnen, dass die größte Volkswirtschaf des lateinamerikanischen Kontinents in diesem Jahr um bis zu viereinhalb Prozent schrumpft.

Emilio Lozoya, der Leiter des Weltwirtschaftsforums in Rio, verweist auf die Konjunkturpakete der brasilianischen Regierung. Die sozialen Programme und die Programme zur Förderung der Infrastruktur seien ein gutes Beispiel für eine Anti-Krisen-Politik. "Die Frage wird nur sein, ob das ausreicht."

Autorin: Renate Krieger

Redaktion: Rolf Wenkel

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