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Wirtschaft

Wirtschaftsbasar trotzt Kriegsgefahr

Während sich die Welt für den Krieg am Golf rüstet, heißt es auf der "International Trade Fair" in Bagdad "business as usual".

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Bagdad lädt ein zum Geschäfte machen

Trotz Kriegsgefahr werden auch dieses Jahr Hunderte von Firmen aus aller Welt in den ersten beiden Novemberwochen ihre Produkte in der irakischen Hauptstadt präsentieren. Die Organisatoren rechnen auch bei der 35. Internationalen Handelsmesse in Bagdad wieder mit reger Beteiligung. "Es ist 'business as usual'", erklärt Uli Burkhardt vom Internationalen Messe- und Ausstellungsdienst München, der den Auftritt deutscher Firmen auf der Wirtschaftsmesse organisiert, im Gespräch mit DW-WORLD.

Zu den in Bagdad vertretenen Unternehmen gehören auch Schwergewichte der deutschen Wirtschaft wie Siemens und DaimlerChrysler. Neben rund 90 deutschen Firmen werden französische, italienische und türkische Aussteller in großer Zahl erwartet. Da keine britischen oder US-Firmen vor Ort sind, werden Vertreter anderer Länder als Mittler für ihre Geschäfte agieren. Um sich das Geschäft mit dem international isolierten Staat zu erhalten, nehmen die Firmen auch Schwierigkeiten in Kauf.

Bürokratischer Hürdenlauf

Deutsche Aussteller, die in Bagdad ihre Produkte präsentieren wollen, müssen zuvor einen bürokratischen Hürdenlauf auf sich nehmen. Die Unternehmen müssen beim deutschen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der UN um Erlaubnis nachsuchen. Sie müssen alle Produkte, die sie auf der Messe vorführen, und alle Warenproben, die sie verteilen, anmelden – ein sehr zeitaufwändiger Prozess. Die UN lässt die Antragsteller bis zu drei Monate warten.

Seit die Vereinten Nationen im Jahre 1990 Sanktionen gegen den Irak verhängt haben, ist das Land wirtschaftlich isoliert. Dank des "Öl für Lebensmittel"-Programms, das im November 1999 anlief, darf der Irak inzwischen aber zivile Güter importieren und Handelsbeziehungen pflegen. Erst dadurch ist die Messe überhaupt möglich. Im letzten Jahr nahmen mehr als 1650 Aussteller aus 47 Ländern an dem Treffen teil, auf dem ein breites Spektrum an Produkten für Landwirtschaft, Tourismusbranche, Öl- und Bauindustrie vorgestellt werden.

Vorwurf an die Medien

Burkhardt betont, dass das Interesse an der Messe nicht neu sei. Viele der teilnehmenden Firmen machten schon seit Jahren Geschäfte mit dem Irak – ganz legal. Auch der drohende Krieg hat daran nichts geändert. Laut Burkhardt ist die Teilnehmerzahl im Vergleich zu den Vorjahren ungefähr gleich geblieben. Er glaubt, dass das Thema von den Medien hochgespielt wurde und wirft ihnen vor, vorschnell Geschichten über deutsche Firmen, die auf Kriegsprofite aus seien, zu veröffentlichen.

Einige deutsche Blätter hatten europäischen Firmen, die an der Messe teilnehmen, vorgeworfen, sie würden sich für die Zeit nach dem Krieg "strategisch positionieren". So schrieb das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", die Unternehmen hätten es auf die Milliarden von US-Dollars abgesehen, die die internationale Gemeinschaft nach einem Krieg vermutlich für den Wiederaufbau im Irak investieren würde.

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  • Datum 24.10.2002
  • Autorin/Autor rle
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