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Aktuell Deutschland

Wirtschaft will gezielt ausländische Studenten nach Deutschland locken

Die deutschen Unternehmer schlagen Alarm: Der Mangel an guten Technikern und Naturwissenschaftlern könnte schwerwiegende Folgen haben. Gefordert wird eine systematische Abwerbe-Kampagne bei Studenten im Ausland.

Die Lagebeschreibung erscheint trist und sehr konkret: In der deutschen Wirtschaft fehlen laut Experten mehr als 50.000 Fachkräfte für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, den sogenannten MINT-Fächern. Auch der künftige Bedarf ist allein mit Deutschen nicht zu decken. Hochschulen und Arbeitgeber wollen daher in einer breiten, abgestimmten PR-Aktion Studenten aus dem Ausland abwerben, wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet.

Das Nationale MINT-Forum von Wirtschaft und Wissenschaft werde einem Kongress am Donnerstag in Berlin Bund und Länder auffordern, diese Werbung um qualifizierte Studierende in aller Welt zu unterstützen.

"Der Wohlstand des ganzen Landes steht auf dem Spiel", wird Ellen Walther-Klaus, Koordinatorin des MINT-Forums, mit ihrer dramatischen Warnung von der "Süddeutschen" zitiert. Das Forum empfehle daher eine "schlagkräftige Kampagne" unter der Ägide des Bundes, die das Studium in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern anpreise und bisherige Initiativen bündele, etwa durch ein zentrales Online-Portal. Dazu solle es ein neues Stipendium geben, das analog zum Bafög bedürftigen MINT-Studenten aus dem Ausland hilft. Denkbar sei zudem ein Fonds, in den staatliche und private Mittel fließen könnten.

Daneben werden die Universitäten gedrängt, die Betreuung der neuen Zielgruppe zu verbessern, schreibt die SZ weiter. Der Kongress wolle fordern, Zentren für internationales Publikum auf jedem Campus einzurichten, und so "eine Willkommenskultur" fördern. Experten verweisen demnach in diesem Zusammenhang auf eine Studie, nach der nur ein Viertel der ausländischen Hochschüler nach dem Abschluss in Deutschland bleibt.

Im MINT-Forum sind unter anderem die Hochschulrektorenkonferenz, Arbeitgeberverbände und Industrie- und Handelskammern zusammengeschlossen; es wird von Bund und Ländern unterstützt.

SC/wl (afp, SZ-online)