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Wirtschaft

Wirtschaft: Auftrieb für Börse, sinkender Ölpreis

Saddams Festnahme beflügelt die Börsen und den Dollar: Analysten rechnen mit steigenden Aktienkursen und einem Kurssprung des Greenback.

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Saddams Festnahme dürfte den Dollar stützen

Die Gefangennahme des früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein wird Experten zufolge die Kurse an der Wall Street und den Weltmärkten in der kommenden Handelswoche beflügeln. Auch der in den vergangenen Wochen arg gebeutelte Dollar werde durch die gute Nachricht aus dem Irak Auftrieb erhalten. Dagegen werden sinkende Ölpreise erwartet.

Schlechte Stimmung

Die Festnahme von Saddam Hussein sei positiv für die Aktienmärkte, sagte Hilary Cook von Barclays Stockbrokers. "Die Sorgen wegen der Situation im Irak haben die Stimmung gedrückt. Deshalb sind die Aktienkurse vielleicht nicht so stark gestiegen, wie sie angesichts einiger recht positiver Konjunkturdaten gekonnt hätten", ergänzte sie.

Besonders die Börsen der beiden wichtigsten Verbündeten im Irak-Krieg werden Cook zufolge steigende Kurse erleben: "Die Märkte in den USA und Großbritannien dürften von dem Aufschwung in der neuen Börsenwoche am stärksten profitieren, weil der Krieg teuer ist". Sie bezog sich damit auf die Sorgen von Investoren, die US- und britischen Truppen im Irak könnten wegen einer sich verschlechternden Sicherheitslage seit dem Sturz Saddams immer stärker in Mitleidenschaft gezogen werden.

"Starke Eröffnung"

"Wir sollten morgen eine starke Eröffnung sehen", sagte Jeffrey Swensen von John Hancock Advisers der Nachrichtenagentur Bloomberg. Derzeit gebe es keine Geschäftsberichte der Unternehmen, die sich auf die Börsen auswirken könnten, weshalb mit einem "schönen, kleinen Kurssprung am Markt" zu rechnen sei.

Stefan Müller, Eigenhändler bei der Investmentbank Sal. Oppenheim, sagte: "Ich denke, dass die letzten Widerstandskämpfer im Irak aufhören werden." Eine Jubelbörse werde es aber nicht geben, prognostizierte er. Da auch von stabileren Ölausfuhren des Irak auszugehen sei, rechnen Finanzexperten auch mit einem Rückgang des Ölpreises am Montag (15. Dezember 2003) um mindestens 50 Cent pro Barrel.

Mögliche Gewinnmitnahmen

Allerdings könnten einige Investoren angesichts der derzeit hohen Kurse auch Gewinne mitnehmen. "Ich würde gern eine Konsolidierung am Markt sehen", sagte Sandy Lincoln von der Vermögensverwaltung Wayne Hummer Asset Management in Chicago. Dies sei zwar ein ungewöhnlicher Wunsch. Eine Konsolidierungsphase wäre aber für eine angemessenere Bewertung der Aktien notwendig, fügte sie hinzu.

Der Dow-Jones-Index ist seit Jahresbeginn bereits um 20 Prozent gestiegen. Der technologielastige Nasdaq-Index legt sogar um rund 46 Prozent zu.

Vertrauensschub für Dollar

Die Folgen der Gefangennahme des Ex-Diktators gehen nach Einschätzung von Swensen jedoch weit über die Börsenszene hinaus. "Ich glaube, es wird einen großen Vertrauensschub geben - besonders für den Dollar -, zu einer Zeit, wenn wir es wirklich gebrauchen können", sagte der Händler von John Hancock Advisers. Erst am Freitag (12. Dezember 2003) war der Euro gegenüber dem Dollar auf ein neues Allzeithoch von 1,229 US-Dollar gestiegen. (mik)

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