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Wissen & Umwelt

Wirkt "Viagra für Frauen" überhaupt?

Eine neue Metastudie stellt die Wirksamkeit des Medikaments Flibanserin grundsätzlich infrage. Das Psychopharmakon soll die Libido von Frauen steigern und ist in den USA seit August 2015 zugelassen.

Das Medikament Flibanserin - auch bekannt als "Viagra für Frauen" ist wahrscheinlich noch wirkungsloser als bislang angenommen, hat dafür aber erhebliche Nebenwirkungen.

Zu diesem Ergebnis kommen Forscherteams der Universitätskliniken von Rotterdam und Brüssel sowie klinische Forschungseinrichtungen in Gouda und Amsterdam. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Studie in der Fachzeitschrift JAMA Internal Medicine am 29. Februar 2016.

Flibanserin ist eigentlich mit Viagra für Männer nicht zu vergleichen, weil es völlig anders wirkt. Es ist ein Psychopharmakon und kein durchblutungsförderndes Mittel. Der Wirkstoff ist seit August 2015 in den USA zur Behandlung der "hypoaktiven Sexualfunktionsstörung" für Frauen vor den Wechseljahren zugelassen und verschreibungspflichtig. In der EU ist der Wirkstoff nicht zugelassen.

Wirksamkeit kaum statistisch nachweisbar

Die belgisch-niederländische Metastudie bezog Vergleichsdaten aus fünf bereits veröffentlichten und drei bislang unveröffentlichten Forschungsreihen ein, die insgesamt 5914 Frauen umfassen. Dabei stellte sich heraus, dass im Durchschnitt nur jede zweite Frau, die Flibanserin einnahm, einmal im Monat eine "befriedigendes Sexuelles Erlebnis" hatte - also eine Wirksamkeit von 0,5 - und das nur einmal im Monat.

Dieser Wert liegt nach Bewertung der Forscher kaum über der medizinischen Nachweisgrenze. Dafür brachte Flibanserin aber eine erhebliche Gefahr von Schwindel, Übelkeit, Erschöpfung und Müdigkeit. Die Forscher schließen daraus, dass die Anwendung des Wirkstoffs vorerst nicht durch medizinische Richtlinien der fachärztlichen Berufsvereinigungen empfohlen werden sollte.

fs/hf (dpa)

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