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Sport

Wird München Olympiastadt 2018?

Die Wahl des Austragungsortes der Olympischen Winterspiele 2018 steht bevor. Deutschland, Südkorea und Frankreich haben ihre Städte noch einmal präsentiert. München setzte auf emotionale Bilder, Jodler und den Kaiser.

Bundespräsident Christian Wulff ist während der Präsentation Münchens zur Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 bei seiner Rede auf einer Leinwand zu sehen. (Foto: dapd)

Präsentation Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018

München eröffnete die Vergabe-Zeremonie am Mittwoch (06.07.2011) mit einem emotionalen Auftritt: Abwechslungsreiche Kurzfilme mit viel Tempo, Schnee, wunderschöner Natur und vielen Wintersportszenen. Engagierte Appelle prominenter Wintersportler. Ein sympathischer Bundespräsident und eine charmante Katarina Witt als Bewerbungs-Präsentatorin.

Katarina Witt (r.) und Franz Beckenbauerauf dem Podium (Foto: dapd)

Die Charmante und der Joker: Witt und Beckenbauer bei der Präsentation

Rund 50 Minuten dauerte die entscheidende Abschlusspräsentation, bei der nicht nur Witts Hochsteckfrisur und ihr schwarzes Abendkleid perfekt passten. "Alles hat geklappt", freute sich die Eiskunstlauf-Olympiasiegerin nach der Show.

Bundespräsident Christian Wulff versprach "fröhliche" und "enthusiastische" Winterspiele. München garantiere volle Stadien und ein Fest über den Sport hinaus, sagte er. Wulff beschrieb den IOC-Mitgliedern, dass "jedes Kind in Deutschland mit einem Schlitten aufwächst." Wintersport sei Volkssport. Der Bundespräsident bat das Publikum und die Jury: "Schenken Sie uns Ihr Vertrauen."

Mit Jodel-Einlagen und dem Fußball-Kaiser

Der 77 Jahre alte Willy Rehm aus Garmisch-Partenkirchen warb auf traditionelle Art für seine Heimat. Er jodelte für das Publikum. Die Münchener Präsentation wurde oft von Beifall unterbrochen. Die blinde Paralympics-Siegerin Verena Bentele fasste ihre Eindrücke von der Show in einem Satz zusammen: "Ich kann nicht sehen, was sie gesehen haben, aber ich kann ihre Begeisterung spüren."

Ein weiteres Highlight war die Rede vom deutschen Fußball-"Kaiser" Franz Beckenbauer. Der 65 Jahre alte Fußballstar versprach, dass er im Fall des Zuschlags für München sofort mit dem Training anfangen werde, um sich für Olympia 2018 zu qualifizieren. Er lud die ganze Welt "zum Wintertraum 2018" in seine Heimatstadt ein.

Viele Kinder und das Logo für München 2018 (Foto: Picture Alliance Tobias)

Wird München der Olympia-Sieger?

"Wenn du die Chance kriegst..."

Beckenbauer war quasi als "Joker" nach Südafrika eingeflogen worden: Schließlich hatte er bereits die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nach Deutschland geholt. Die damalige Entscheidung fiel übrigens vor exakt elf Jahren - am 6. Juli 2000. "Das war ein Sommertraum. Jetzt freuen wir uns auf einen Wintertraum", sagte Beckenbauer. Er sei Bayer und Münchner und wolle, dass seine Landsleute die Olympischen Winterspiele daheim erleben können.

"Ich bin überzeugt, dass München der richtige Platz für die Winterspiele ist." Diese würden wie die Fußball-WM zwar viel Geld kosten, aber enorm viel für das Image Deutschlands bedeuten: "Wenn du die Chance kriegst, musst du sie nutzen", meinte Beckenbauer. Im Fall des Zuschlags für München wäre die bayerische Metropole weltweit die erste Stadt, die nach Olympischen Sommerspielen (1972) auch Winterspiele veranstaltet.

Starker Gegner für München

Thomas Bach am Rednerpult (Foto: dapd)

IOC-Vizepräsident Thomas Bach

Als Favorit gilt allerdings nach wie vor Pyeongchang in Südkorea, während das französische Annecy allenfalls Außenseiterchancen eingeräumt werden. Die Südkoreaner bewerben sich nach den vergeblichen Anläufen für 2010 und 2014 bereits zum dritten Mal. Cho Yang Ho, Chef des Organisationskomitees von Pyeongchang, zeigt sich zuversichtlich: "Ans Verlieren denken wir nicht." Die Südkoreaner bringen neben besten Kontakten zum Internationalen Olympischen Komitee vor allem gewichtige finanzielle Argumente ein: Der Samsung-Konzern ist Topsponsor der olympischen Bewegung.

IOC-Vizepräsident Thomas Bach relativierte jedoch die Favoritenstellung von Pyeongchang: "Es geht nicht darum, wie oft sich jemand beworben hat", sagte Bach. Es gehe um das "Hier und Jetzt", es gehe um den "Sport von morgen in einer Gesellschaft von morgen".

Der Countdown läuft: Nach 17 Uhr (MESZ) wird IOC-Präsident Jacques Rogge den Umschlag öffnen, in dem der Name der siegreichen Bewerberstadt stehen wird. Bundespräsident Wulff ist sich sicher: "Ganz Deutschland fiebert der Entscheidung entgegen." Während der Münchner Präsentation in Durban fieberten Hunderte Zuschauer vor allem auf dem Münchner Marienplatz beim Public Viewing mit. Und wer weiß, vielleicht kann am Abend dort auch München als Olympiastadt 2018 gefeiert werden?!

Autorin: Olga Kapustina (dapd, dpa, afp)
Redaktion: Marion Linnenbrink

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