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Aktuell Amerika

Wird Ex-CIA-Chef Petraeus doch angeklagt?

Die Vergangenheit lässt den früheren ersten Mann des US-Auslandsgeheimdienstes nicht los. FBI und Justizministerium empfehlen jetzt eine Anklage. Er soll seiner Ex-Geliebten Staatsgeheimnisse verraten haben.

2011 war die Welt noch in Ordnung: Petraeus mit seiner Geliebten Broadwell (Foto: rtr)

2011 war die Welt noch in Ordnung: Petraeus mit seiner Geliebten Broadwell

Die US-Bundespolizei FBI und die zuständigen Ermittler im Washingtoner Justizministerium befürworten nach Informationen der "New York Times" eine Anklage gegen den früheren Direktor der Central Intelligence Agency (CIA), David Petraeus, wegen Geheimnisverrats. Wie die Zeitung in ihrer Onlineausgabe berichtet, erhärtete sich der Verdacht, dass Petraeus vertrauliche Informationen an seine Biografin und frühere Geliebte Paula Broadwell weitergegeben hat. Die endgültige Entscheidung über eine Anklageerhebung liegt bei Justizminister Eric Holder.

Seitensprung stoppt Karriere

Wegen der außerehelichen Beziehung mit Broadwell hatte Petraeus im November 2012 als CIA-Chef zurücktreten müssen. Der Seitensprung stoppte seine außergewöhnliche Karriere: Vor seiner Rolle als Chef des Auslandsgeheimdiensts war er in führender militärischer Position im Irak eingesetzt und Kommandeur der internationalen Truppen in Afghanistan. Nun könnte "dem herausragenden Offizier seiner Generation" sogar eine Gefängnisstrafe drohen, schreibt die "New York Times" weiter.

Der Skandal war seinerzeit ins Rollen gekommen, als eine Bekannte des Vier-Sterne-Generals Petraeus das FBI einschaltete, nachdem sie anonyme Drohmails erhalten hatte. Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass die E-Mails an die Arztgattin Jill Kelley von der offensichtlich eifersüchtigen Broadwell stammten. Die Affäre weitete sich aus, als das FBI auch auf einen "möglicherweise unangemessenen" E-Mail-Austausch zwischen Kelley und dem damaligen Afghanistan-Oberbefehlshaber John Allen stieß. Das Pentagon entlastete Allen in einer Untersuchung später aber vollständig.

Petraeus im März 2013 vor Studenten in Los Angeles (Foto: Getty)

Petraeus im März 2013 vor Studenten in Los Angeles

Lehrauftrag, Investmentfonds...

Petraeus versuchte in den vergangenen Jahren einen beruflichen Neuanfang, nahm einen Lehrauftrag an einer Universität in New York an und arbeitete für einen Investmentfonds. Im März 2013 äußerte er sich erstmals öffentlich zu der Affäre und bat um Verzeihung. Das FBI und das Justizministerium gingen trotzdem weiter Hinweisen nach, wonach Broadwell Zugang zu Petraeus' E-Mail-Konto und anderen streng vertraulichen Informationen gehabt haben soll. FBI-Agenten entdeckten laut "New York Times" auf Broadwells Computer geheime Dokumente. Petraeus hat stets bestritten, seiner damaligen Geliebten Zugang zu streng geheimen Papieren verschafft zu haben.

se/djo (ape, rtre, afp)