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Politik

Wirbel um Ahmadinedschad in New York

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist in die USA gereist, um vor der UNO zu reden. In einem TV-Interview verneint er die Gefahr eines Krieges mit den USA und die Atombombe - Proteste gibt es trotzdem.

Mahmud Ahmadinedschad in New York - AP Photo/Vahid Salemi

Mahmud Ahmadinedschad in New York

Der Besuch des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in New York hat am Montag (24.9.) Proteste und Demonstrationen ausgelöst. Bei seinem Auftritt an der Columbia Universität wurde er mit Fragen zur Hinrichtung von Menschenrechtsaktivisten und Kindern in seinem Land sowie zur Unterdrückung von Frauen, Homosexuellen und Angehörigen anderer Glaubensrichtungen konfrontiert.

Ground Zero - Baustelle (AP Photo/Kathy Willens)

Arbeiten an Ground Zero

"Das stimmt nicht"

Den Vorwurf, dass Teheran Terroristen und Milizen im Nachbarland Irak mit Waffen ausstatte, hatte Ahmadinedschad schon zuvor bei einer Pressekonferenz zurückgewiesen. "Das stimmt nicht", beharrte er. Das US-Militär versuche mit dem Vorwurf nur, seine Niederlage im Irak zu vertuschen und die Schuld auf andere, vor allem auf den Iran, abzuschieben.

Nach seiner Ankunft in New York protestierten in der Nähe des UN- Hauptquartiers und der Columbia-Universität tausende Demonstranten gegen den iranischen Präsidenten, der an diesem Dienstag auch bei der UN-Generaldebatte sprechen will. Gegen seine Einladung an die Columbia Universität waren US-Politiker, darunter auch Kandidaten für das Weiße Haus 2009, und religiöse Gruppen Sturm gelaufen.

Zu den Spannungen zwischen den USA und seinem Land hatte der Iraner zuvor gesagt, dass er keinen bewaffneten Konflikt voraussehe. "Warum sollten wir gegeneinander Krieg führen? Es steht kein Krieg bevor", sagte Ahmadinedschad in einem Interview des Fernsehsenders CBS, das am Sonntag ausgestrahlt wurde. Ahmadinedschad traf am Sonntagabend zu seinem Besuch in New York ein.

Mahmud Ahmadineschad (AP Photo/Vahid Salemi)

Mahmud Ahmadineschad bei seiner Ankunft

In dem CBS-Interview dementierte der iranische Präsident erneut, dass sein Land nach dem Besitz von Atomwaffen strebe. "In politischen Beziehungen heute hat die Atombombe keinen Nutzen", sagte er. "Wenn sie nützlich wäre, hätte sie den Zusammenbruch der Sowjetunion verhindert. Wenn sie nützlich wäre, hätte sie das Problem der Amerikaner im Irak gelöst. Die Zeit der Bombe ist vorbei."

"Ziviles Atomprogramm"

Das Atomprogramm seines Landes diene nur zivilen Zwecken und sei "sehr transparent", sagte Ahmadinedschad. Der Westen befürchtet, dass der Iran unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung der Atomkraft an Nuklearwaffen arbeitet. Da das Land seine umstrittene Urananreicherung bislang nicht wie verlangt gestoppt hat, verhängte der UN-Sicherheitsrat verschärfte Sanktionen gegen das Land. Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner hatte erklärt, die Welt müsse sich im Atomstreit auf einen Krieg vorbereiten.

Ahmadinedschad hatte vor seiner Ankunft in New York mit seiner Absicht zudem einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, einen Kranz für die Opfer der Anschläge des 11. Septembers 2001 am Ground Zero niederlegen zu dürfen. Dies wurde unter Hinweis auf Sicherheitsgründe abgelehnt. In dem CBS-Interview sagte er zu seinen Beweggründen für einen Ground-Zero-Besuch, man bekunde mit einer solchen Geste Respekt. "Und vielleicht äußert man dort auch seine Ansicht über die Ursachen solcher Zwischenfälle." (mas/sams)

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