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Ostmitteleuropa

Wirbel in Ungarn um einen Artikel der WASHINTON POST

- Premier Orban hatte angeblich das Wort "Lebensraum" benutzt

Budapest, 15.3.2002, PESTER LLOYD, deutsch

Für beträchtliches Aufsehen in der politischen Öffentlichkeit sorgte unlängst ein Beitrag der Washington Post, in dem eine angebliche Hoffnung der US-Regierung kolportiert wurde, dass statt Viktor Orbán die Sozialisten die Aprilwahlen gewinnen.

Der Beitrag beschäftigt sich mit den Lehren der NATO-Osterweiterung und kommt zu folgendem Schluss: Wären seinerzeit, vor der NATO-Aufnahme Ungarns, Äußerungen wie die Orbáns über den notwendigen Lebensraum des Landes, oder nationalistische, antisemitische Parolen wie heute laut geworden, hätte man das Land nicht in das Bündnis aufgenommen.

All dies hatte erst unlängst dazu geführt, dass Orbán (anlässlich einer Reise in die USA) nicht im Weißen Haus empfangen wurde. Der Beitrag kritisiert auch den tschechischen Regierungschef Milos Zeman, dessen Mandat in diesem Jahr zu Ende geht. "Die Bush-Regierung drückt den Daumen, dass die wiederholten Fiaskos Orbáns die oppositionellen Sozialisten zurückbringen", behauptet die "Washington Post". Die ungewöhnlich scharfen Formulierungen, die sich - wie der Autor Jackson Diehl einräumte - auf Informationen von manchen früheren, aber auch gegenwärtigen Regierungsbeamten stützten, führten umgehend zu einem offiziellen Dementi aus Washington. Ein Sprecher des State Department betonte, dass man die Beziehungen zu Ungarn und zu Premier Orbán hoch einschätze und das Land als einen wichtigen NATO-Partner ansehe.

Ein Sprecher des ungarischen Außenministeriums nannte den Beitrag einseitig und bezeichnete die Tatsache, dass man Orbán den Gebrauch des Wortes "Lebensraum" vorwarf, das er in Wahrheit nicht benutzt habe, als inakzeptabel. Die Botschaft der USA in Budapest ließ in einer Stellungnahme wissen, dass man sich nicht in die demokratischen Wahlen Ungarns einzumischen gedenke. (...) (fp)

  • Datum 15.03.2002
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1zTi
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