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Deutschland

"Wir müssen lernen, mit weniger zu leben"

Wie Umgehen mit dem Zukunftsthema Klimawandel? 1500 Teilnehmer diskutierten drei Tage beim Deutsche-Welle-Global-Media-Forum in Bonn.

Teilnehmer am einem der vielen Workshops beim Global Media Forum (Foto: DW)

Teilnehmer am einem der vielen Workshops beim Global Media Forum

Mit sehr persönlichen Worten ging das Deutsche-Welle-Global Media-Forum am Mittwoch (23.06.2010) in Bonn zu Ende. Sowohl Deutsche-Welle-Fernsehdirektor Christoph Lanz als auch der Staatsekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Georg Schütte, berichteten zum Abschluss der Konferenz "The Heat is on - der Klimawandel und die Medien“ von ihren Kindern. Die würden sie zum Strom sparen anhalten und zum sorgsamen Umgang mit Wasser.

Professionalisierung der Journalisten gefordert

Drei Tage lang hatten 1500 Teilnehmer aus 95 Ländern über den Klimawandel und die Medien diskutiert. Als roter Faden zog sich dabei durch alle 54 Veranstaltungen des Deutsche Welle Global Media Forums die Forderung nach weiterer Professionalisierung der Journalisten.

DW-TV-Direktor Christoph Lanz (Foto: DW)

DW-TV-Direktor Christoph Lanz

Christoph Lanz betonte, Journalisten müssten bei dem komplexen Thema Klimawandel besonders hohe professionelle Maßstäbe anlegen. "Wir müssen gesicherte und verlässliche Informationen zur Verfügung zu stellen. Wir müssen in der Lage sein, in der Flut von Informationen die unterschiedlichen Quellen zu beurteilen." Die Medien sollten auf einfache und verständliche Weise nicht nur über die Probleme des Klimawandels informieren, sondern auch Lösungen aufzeigen - "und dabei die Menschen und ihren Alltag in den Mittelpunkt stellen", so Lanz.

Nicht nur Schreckensszenarien, auch Lösungen aufzeigen

Am Dienstag hatte die US-Wissenschaftlerin Naomi Oreskes in Bonn auf die Diskrepanz zwischen den Aussagen von Wissenschaftlern und der Darstellung in den Medien hingewiesen. Das sei eine Folge von Unwissenheit auf Seiten der Journalisten, so Oreskes. Deshalb hätten die Klimaskeptiker einen so großen Einfluss. Der Klimawandel sei aber wissenschaftlich belegtes Faktum.

Immerhin zeigt sich eine große Mehrheit der Menschen über den Klimawandel besorgt. Das ergab eine am Rande der Konferenz vorgestellte Meinungsumfrage unter 13.000 Menschen in 18 Ländern auf allen Kontinenten. Ein weiteres Ergebnis: Die Menschen sind bereit, ihr Verhalten zu ändern; viele würden selbst höhere Preise für umweltschonend hergestellte Produkte in Kauf nehmen.

Bereitschaft zu persönlicher Veränderung

Diese Bereitschaft gelte es aufzugreifen, waren sich viele Teilnehmer der Bonner Konferenz einig. Man könne das Publikum nicht allein mit Schreckensszenarien konfrontieren, man müsse auch Lösungen aufzeigen. Dass die technischen Möglichkeiten für das Ende des fossilen Zeitalters bereits da sind, davon ist Bertrand Piccard überzeugt. Piccard hatte bei der Eröffnung des Deutsche-Welle-Global-Media-Forums am Montag von seinem Plan berichtet, die Welt mit einem solarbetriebenen Flugzeug Non-Stop umfliegen zu wollen. Damit will der Schweizer Abenteurer ein Zeichen für die Einsatzmöglichkeiten erneuerbarer Energien setzen.

Zum Abschluss der Konferenz wurde am Mittwoch auch der Gewinner eines Foto-Wettbewerbs bekannt gegeben. User in aller Welt hatten Symptome des Klimawandels in ihrem Umfeld dokumentiert. Das Siegerbild von Sudipto aus Indien zeigt Kinder beim Baden in einem Fluss - nur scheinbar eine Idylle. Sie springen vom Dach eines überfluteten Tempels aus ins Wasser.

Mannava Sivakumar von der Weltorganisation für Meteorologie (Foto: DW)

Mannava Sivakumar von der Weltorganisation für Meteorologie

Dramatischer hätte man den Appell von Mannava Sivakumar kaum unterstreichen können. Der Direktor der Abteilung für Klimavorhersage bei der Weltorganisation für Meteorologie hatte rund drei Stunden vor dem Ende der Konferenz unter großem Beifall gefordert: "Wir alle müssen lernen, mit weniger zu leben - damit andere leben können."

Das nächste Deutsche-Welle-Global-Media-Forum wird sich im Mai 2011 mit dem Thema "Menschenrechte in einer globalisierten Welt - Herausforderungen für die Medien“ befassen.

Autor: Matthias von Hein
Redaktion: Tamas Szabo / Kay-Alexander Scholz