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Kultur

"Wir freuen uns auf euch"!

Mit fast einwöchiger Verspätung startete die US-Raumfähre Endeavour ins All: Theoretisch hätte sie schon längst unterwegs sein sollen. Doch es gab nicht nur technische Probleme, sondern auch immer wieder Streit ums Geld.

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Seit Mittwochabend (6.Juni 2002) auf dem Weg: die Endeavour

An Bord der Endeavour sind die beiden russischen Kosmonauten Waleri Korsun und Sergej Treschew sowie ihre amerikanische Kollegin Peggy Whitson. "Wir freuen uns auf euch", rief ISS-Astronaut Carl Walz der Ablösung nach dem gelungenen Start zu. Die neue Besatzung soll viereinhalb Monate im All bleiben.

Ursprünglich sollten nicht nur drei, sondern sieben Astronauten vergangenen Donnerstag (30. Mai 2002) zur internationalen Raumstation ISS abheben. Doch ihre Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt.

Nichts als Ärger ...

Der erste Starttermin fiel wegen technischer Probleme ins Wasser, die nächsten Termine den anhaltenden Gewitterstürmen über Cape Canaveral zum Opfer. Zuletzt fehlte dann ein Testgerät für ein defektes Druckventil - inzwischen funktioniert es wieder, das Ventil wurde ersetzt.

Es wurde allerhöchste Zeit, dass die Endeavour auf den Weg kam. Denn nur bis zum Mittwochabend (5. Juni 2002) hatte die NASA Zugriff auf das unerlässliche Raketenüberwachungssystem der US-Luftwaffe. Als Vorsichtsmaßnahme gegen einen etwaigen Terroranschlag patrouillierten Kampfflugzeuge in der Flugverbotszone rund um das Startgelände. Wenige Stunden vor dem Start wurde ein Kleinflugzeug, das von einem Flugschulplatz aus gestartet war, aus der Verbotszone gewiesen und zur Landung befohlen.

Ausufernde Kosten

Noch dazu gibt es Streit um die Gesamtfinanzierung der Internationalen Raumstation. Der neue NASA-Chef Sean O'Keefe will nach amerikanischen Medien-Berichten die ausufernden Kosten für die Raumstation begrenzen. Acht Milliarden Dollar sollte die Station ursprünglich kosten, inzwischen wird aber allein der Anteil der NASA auf über 30 Milliarden Dollar beziffert.

Die 15 anderen beteiligten Nationen zeigen sich wenig erfreut über den amerikanischen Einsparwillen. Die Pläne für das Wohnmodul "Columbus" und für das eigens entwickelte "Rettungsboot" sollen demnach auf Eis gelegt werden. Damit könnten auf der ISS aber nur drei statt der geplanten sieben Astronauten leben und forschen.

Angst um den wissenschaftlichen Ertrag

Die Europäer fürchten dadurch um den wissenschaftlichen Ertrag ihrer Investitionen - mit nur drei Personen an Bord der ISS gäbe es kaum noch Kapazitäten für wissenschaftliche Experimente. "Ich bin nicht bereit Millarden zu investieren, wenn hinterher nicht hervorragende Forschungseinrichtungen bestehen", äußerte sich Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) verärgert.

Inzwischen ist O'Keefe nach Paris gereist, um mit dem Direktor der Europäischen Luftfahrtbehörde Jörg Feustel-Büechl nach einem Kompromiss zu suchen. Es sei noch nichts entschieden, versuchte der NASA-Chef schon im Vorfeld zu beschwichtigen, die Fragen nach der Besatzung der ISS würde sich ohnehin frühestens 2004 stellen, wenn die Arbeiten an der Station genügend fortgeschritten seien.

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