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Filme

Winnetou, der Retter des deutschen Films

Vordergründig war dem deutschen Film 2001 kein so übles Jahr beschieden. Der Grund: Michael "Bully" Herbigs phänomenal erfolgreiche Karl-May-Film-Persiflage "Der Schuh des Manitu".

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Der Film ließ zwischen Flensburg und Konstanz über zehn Millionen Besucher vor die Leinwände strömen. Diese Zahl zu erreichen, wird selbst dem britischen Zauberknaben "Harry Potter" bis zum Jahresende nicht leicht fallen. Und so kann die einheimische Branche, mit Erfolgen nicht gerade verwöhnt, endlich wieder den Kinohit des Jahres aus eigener Produktion vorzeigen.

Der Schuh des Manitu

Der Schuh des Manitu Pressefoto, Film

Bei näherer Betrachtung hat dieser unerwartete Sensationserfolg allerdings einige Nebenaspekte, die weniger froh stimmen. Dazu zählt vor allem, dass "Der Schuh des Manitu" allein fast die gleiche Anzahl Zuschauer anzog wie alle anderen deutschen Filme zusammen. Der im Vergleich der Vorjahre annehmbare Marktanteil von etwa 15 Prozent hing also völlig ab von einem Streifen, dessen Erfolg niemand absehen konnte.

Im Ausland keine Chance

Film Das Experiment Pressefoto

Film Das Experiment Pressefoto

Im Ausland müssen allerdings "künstlerisch wertvollere" Werke präsentiert werden, um dem deutschen Film endlich wieder die Beachtung zu sichern, die er Ende der 70er Jahre besaß. Oliver Hirschbiegels reißerisches Psychodrama "Das Experiment", mit 1,5 Millionen Besuchern kommerziell gut im Rennen, ist exportierbare Kinokost. Auf diesem dramaturgisch wirksamen Film ruhen auch die deutschen Hoffnungen bei der Oscar-Vergabe für den besten fremdsprachigen Film in Hollywood. Allerdings hat er zu starke Konkurrenz aus Europa, um auch nur eine Nominierung zu erreichen.

Es ist bezeichnend für die einheimische Kinoernte 2001, dass außer dem "Experiment" weit und breit kein Film zu sehen war, der höheren Ansprüchen Genüge getan und zugleich eine größere Zahl an Zuschauern angezogen hätte. Erfolgreich an der Kasse waren Zielgruppenfilme wie "Mädchen, Mädchen" (1,7 Millionen Besucher), vor allem aber für Kinder samt Begleitpersonen attraktive Streifen wie "Emil und die Detektive" (1,5 Millionen), "Der kleine Eisbär" (2,1 Millionen) und "Das Sams" (1,4 Millionen). Recht befriedigend lief die historische Ganovenballade "Sass" mit 425.000 Kinogängern.

Ohne "Kohle" keine Kassenschlager

Auch die bereits Ende 2000 gestartete Komödie "Jetzt oder nie - Zeit ist Geld" holte mit über 700.000 Besuchern den Hauptanteil ihres Einspiels in den ersten Monaten 2001. Große Beachtung fanden die sich mit dem RAF-Terrorismus auseinander setzenden Filme ‚"Die innere Sicherheit" und "Black Box BRD", allerdings mehr bei der Kritik und kleinen speziellen Zuschauergruppen.

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