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Wirtschaft

Windkraft aus zweiter Hand

Generationswechsel in der Windenergiebranche. Entstanden ist ein Gebrauchtmarkt funktionierender Windräder - auch für den Export. Nicht alle Beteiligten sind darüber begeistert.

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Heute an der Nordseeküste - morgen schon in Sri Lanka?

Repowering ist derzeit das Schlagwort in der deutschen Windbranche. Gute Standorte für die Windkraft sind mittlerweile selten geworden und so konzentrieren sich viele Firmen darauf ihre bereits existierenden Windparks zu modernisieren. Sie ersetzen alte, mittlerweile abgeschriebene Anlagen der ersten Generation durch moderne, leistungsfähigere Turbinen. Denn die Technik hat sich in den vergangenen Jahren extrem verbessert: die heutigen Turbinen sind mehr als 30 Mal so leistungsstark wie noch vor 20 Jahren.

Interessenten aus Osteuropa

Windrad, Windenergie, Energie

Windkraft auf dem Feld

Viele der beim Repowering abgebauten Windräder sind erst zehn Jahre alt und funktionieren noch einwandfrei. Trotzdem wurden und werden manche von ihnen einfach verschrottet. Dabei liegt die Idee ja nahe, die gebrauchten Anlagen zu verkaufen. Bei Bussen, LKWs oder gebrauchten Industrieanlagen ist es seit langem üblich, diese etwa in Entwicklungs- oder Schwellenländern zu exportieren.

In der Windenergiebranche ist ein Markt für gebrauchte Maschinen allerdings erst im Entstehen. Das Internetportal "windmesse.de" war eines der Foren, auf dem vor etwa zwei Jahren die ersten Angebote auftauchten. Andrea Kröger führt heute für die Betreiberfirma der Seite Käufer und Verkäufer auf einem virtuellen Marktplatz zusammen. Etwa 20 Anlagen stehen dort ständig zum Verkauf. Die Kunden die sich bei Andrea Kröger melden, kommen fast alle aus dem Ausland. Für viele Interessenten, beispielsweise aus osteuropäischen Ländern, bieten die preiswerten Anlagen aus zweiter Hand eine günstige Einstiegsmöglichkeit in das Geschäft mit dem Ökostrom.

Repowering in den Kinderschuhen

Windkraft in Kron-Prinzen-Koog

Windkraft an der See

Ganz anderer Auffassung ist da der deutsche Marktführer im Windkraftbereich, die Firma Enercon im ostfriesischen Aurich. Die in Deutschland abgeschriebenen Anlagen seien keineswegs für einen Export in alle Welt geeignet, teilt eine Unternehmenssprecherin mit. Oft zeigten sich bereits Ermüdungserscheinungen bei den verkauften Geräten. Für die Firma kommt es daher nicht in Frage, den Verkauf von alten Anlagen ins Ausland zu unterstützen, etwa um das Repowering in Deutschland und damit den Absatz an Neuanlagen zu fördern.

Einig sind sich aber alle Beteiligten in der Branche, dass der Gebrauchtmarkt wie auch das Repowering noch in den Kinderschuhen steckt. Der Verkauf von gebrauchten Anlagen ist nach Einschätzungen des Bundesverbandes Windenergie momentan noch kein wichtiger Faktor, um neue Windparks zu finanzieren. Ein Wiederverkaufswert, wie etwa bei Nutzfahrzeugen, spiele in diesem Bereich noch keine Rolle.

Der Markt ist da

Drache schwebt vor Windrad

Aufwind vor der Turbine

Andrea Kröger von "windmesse.de" ist dennoch zuversichtlich, dass sowohl das Angebot als auch das Interesse an Secondhand-Windrädern weiter steigen wird: "Das Repowering fängt ja gerade erste an. Also wir sind am Anfang und es ziehen auch andere Länder nach, zum Beispiel in Südostasien. Kontakte bestehen nach Vietnam nach China, selbst nach Sri Lanka wird geliefert. Also ich denke, der Markt ist schon da."

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