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Wirtschaft

Wind, Wellen, Atom

Großbritannien ist das windreichste Land Europas. Doch die Windenergie wird nur wenig genutzt. Auch andere sogenannte "erneuerbare Energien" haben es schwer im Inselreich.

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Wind zu Energie!

Die etwa 1200 Windturbinen Großbritanniens erzeugen kaum mehr als 500 Megawatt und damit nur etwa ein Prozent des täglichen Strombedarfs. Doch zaghaft bewegt sich was: Die Regierung hat ein Weißbuch vorgelegt, das die Förderung der erneuerbaren Energie betont. Sie will den Kohlendioxidausstoß bis zum Jahre 2020 um 20 Prozent senken. Und sie hat sich das Nahziel gesetzt, den Anteil der erneuerbaren Energien an der britischen Stromerzeugung bis zum Jahr 2010 auf zehn Prozent zu erhöhen.

Atomkraft weiterhin eine Alternative

Die Hoffnungen der Umweltschützer, dass mit dieser Politik ein Ende der Atomkraft näherrückt, wurden von Industrieministerin Patricia Hewitt enttäuscht. "Wir werden alle Anstrengungen darauf konzentrieren, für mehr Energieeffizienz und für bedeutend höhere Investitionen in erneuerbare Energiequellen zu sorgen", bauchpinselte sie die Befürworter der erneuerbaren Energien. "Wir können aber nicht ausschließen, dass es zum Bau neuer Atomkraftwerke kommt". Damit war die Katze aus dem Sack. Doch der Atomstrom hat Konkurrenz bekommen.

Windkraft ausnutzen

Zu den windigsten Gebieten in Großbritannien zählt Wales. Dort wird von der dänischen Firma Westers zusammen mit dem britischen Unternehmen Mayflower ein Offshore-Windpark mit dem Namen North Oil rund sieben Kilometer vor der walisischen Nordküste gebaut. Die Investitionskosten belaufen sich auf 103 Millionen Euro.

Da ein Großteil der Türme und 30 "Zwei-Kilowatt-Turbinen" in Mosten in unmittelbarer Nähe zum künftigen Windpark produziert wird, entstehen auch 60 neue Arbeitsplätze für hochqualifizierte Elektrotechniker und Schiffbauingenieure. Wenn im Herbst dieses Jahres alle Windräder in Betrieb gestellt worden sind, können mit der dort erzeugten Energie rund 50.000 Haushalte versorgt werden. Ein weiterer Windpark vor der nordwalisischen Küste wird von dem Stromerzeuger N-Power gebaut.

Greenpeace als Kooperationspartner

Mit dem Projekt in Nordwales kam es zu der wohl ersten Allianz zwischen einem Energieunternehmen und einer Umweltschutzorganisation. Greenpeace-Sprecher Matthew Spencer freut's. "Wir werden nicht gleich unsere Kampfanzüge ablegen. Die Umweltverschmutzer werden es weiterhin mit Greenpeace zu tun bekommen", sagt er. "Wir haben uns ebenfalls verpflichtet, mit Unternehmen zusammen zu arbeiten, wenn diese echte Lösungen für Umweltprobleme bieten."

Eine solche Lösung bietet auch die Firma Tidal Hydraulic Generators, die in der Mündung des Flusses Savern zwischen der walisischen Hauptstadt Cardiff und der englischen Stadt Bristol nach dem Vorbild eines Pilotprojekts in Milford Haven in West-Wales ein Gezeiten-Kraftwerk baut. Mehrere Wellenkraftwerke vor der walisischen Küste sind ebenfalls geplant.

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