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Kultur

"Willkommen zu Hause, Freunde"

Um 14.08 Uhr MESZ am 9. August atmeten Millionen Menschen in aller Welt vor den Fernsehbildschirmen auf: Ein Überschnallknall war zu hören - Signal für das glückliche Ende der "Discovery"-Mission.

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Sanftes Aufsetzen in der kalifornischen Wüste


Da ist sie wieder: die Discovery

Da ist sie wieder: die Discovery

Es war das Bilderbuchende einer Problemreise: Wiederholt hatten NASA-Vertretern während der 14-tägigen "Discovery"-Mission tiefe Sorgenfalten auf der Stirn gestanden. Wieder war - wie damals bei der "Columbia" - Isolierschaumstoff beim Start vom Außentank abgebrochen, dann zwang ein Fugenproblem am Hitzeschild zu einer bisher einmaligen und riskanten Notfallreparatur im All.

Um ein Haar wäre sogar noch ein weiterer Ausstieg zu Instandsetzungsarbeiten nötig geworden - da war es am Ende nur ein kleiner Schönheitsfehler, dass die Landung wegen schlechten Wetters in Florida um einen Tag verschoben und dann auch noch ins ferne Kalifornien verlegt werden musste.

Kalifornien statt Florida

All das schien vergessen, als die "Discovery" auf der Landebahn 22 aufsetzte und Astronaut Ken Ham im Johnson-Space-Center in Houston verkündete: "Die Discovery ist zu Hause." Allerdings konnten die Familienangehörigen die Heimkehrer noch nicht in ihre Arme schließen, die Schampuskorken blieben stecken.

Ehemänner, Ehefrauen und Sprösslinge hatten schließlich in Cape Canaveral auf das Eintreffen gewartet und waren wegen der "Umleitung" nach Kalifornien gezwungen, die Landung via NASA-Fernsehen zu verfolgen. "Das ist ein bisschen enttäuschend", sagte Pat Youngs, der mit der "Discovery"-Kommandantin Eileen Collins verheiratet ist. "Aber was zählt, ist, dass sie alle gesund zurückgekommen sind."

Mit beiden Beinen im Leben

Die 48-jährige Kommandantin gestand, dass sie und die Crew glücklich seien, wieder daheim zu sein - auch wenn man den vom Wettergott bescherten Extratag im Weltraum genossen habe. Richtig festen Boden hatten sie und ihre Astronautenkollegen erst zwei Stunden nach der Landung wieder unter den Füßen: So lange musste die Crew an Bord noch Aufräumarbeiten erledigen. Schon bevor die Astronauten aus dem Shuttle ins gleißende kalifornische Sonnenlicht getreten waren, hatten NASA-Vertreter mit Direktor Michael Griffin an der Spitze ihrem Herzen Luft gemacht.

Der NASA-Chef lobte vor allem die wackere Kommandantin, die trotz aller Probleme stets die Ruhe und ihr Lächeln bewahrt hatte. Er denke daran von seinem Posten zurückzutreten und ihn Eileen zu überlassen. "Sie ist klug und sie sieht auch besser aus", scherzte er. Eileen Collins hatte ihre Gedanken aber nicht nur im All. Noch vom Weltraum aus ermahnte sie ihren Sohn, er solle das Zähneputzen nicht vergessen.

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