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Welt

Willkommen in Kirgistan, Angela!

Von Berlin nach Bischkek: Mit Angela Merkel hat erstmals eine deutsche Regierungschefin Kirgistan besucht. Eine große Geste für das kleine zentralasiatische Land, das einen demokratischen Kurs eingeschlagen hat

Warum kommt die deutsche Bundeskanzlerin nach Kirgistan? Für die knapp sechs Millionen Einwohner des zentralasiatischen Landes war die Aufwartung Angela Merkels so überraschend, dass in den Medien ein Gerücht die Runde machte, Deutschland wolle in Kirgistan ein Flüchtlingslager errichten.

"Wenn Frau Merkel auf dem Weg nach Ulan Bator in Bischkek Halt macht, dann ist das eine Geste, um zu sagen: Wir nehmen euch wahr", erklärt Beate Eschment, Herausgeberin der wissenschaftlichen Publikation "Zentralasien-Analysen".

Merkels eintägiger Besuch am Donnerstag in Kirgistan war ein Zwischenstopp auf dem Weg zum Asien-Europa-Gipfel, der am Freitag in der mongolischen Hauptstadt beginnt. Und eine symbolische Geste.

"Eine Geste kann sehr wichtig sein", weiß Eschment. "Und es wird ein Selbstwertgefühl bedient. Man ist stolz, dass die Kanzlerin da war." Der Besuch stärke wiederum den Präsidenten und die derzeitige Regierung.

Beate Eschment (Foto: B. Eschment)

Beate Eschment ist Zentralasien-Expertin und Herausgeberin der "Zentralasien-Analysen".

Bei ihrem Treffen mit dem kirgisischen Präsidenten Almasbek Atambajew lobte Merkel die politische Entwicklung des Landes. "Wir haben große Hochachtung für den eigenständigen Weg, den Kirgisistan seit 2010 geht", erklärte sie in Bischkek.

Das Land habe mit seinem Umsturz vor sechs Jahren einen Kurs in Richtung westliche Demokratie eingeschlagen – im Gegensatz zu den zentralasiatischen Nachbarländern, die autoritär regiert würden.

Die Bundeskanzlerin versprach bei dem Treffen mit dem kirgisischen Präsidenten Almasbek Atambajew, dass sie sich für eine Annäherung Kirgistans an die EU einsetzen werde. Kirgistan war 2015 der Eurasischen Wirtschaftsunion beigetreten, der auch Russland angehört.

Angela Merkel in Kirgisien Atambaew (Foto: DW/ B.A.Tokmakow)

Merkel im Gespräch mit dem kirgisischen Präsidenten. Am Abend zuvor wurde sie mit militärischen Ehren begrüßt.

"Man glaubt in Kirgistan, dass ein Ende der EU-Sanktionen gegen Russland auch für das eigene Land gut ist", erklärt Zentralasien-Expertin Beate Eschment. Präsident Atambajew hoffe deshalb auf eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Russland und Europa.

Florian Coppenrath ist als Lektor der Robert-Bosch-Stiftung in Kirgistan. Vor Ort und in der kirgisischen Presse habe er direkt nach der Ankündigung von Angela Merkels Reise sehr positive Reaktionen erfahren. Auch für ihn war der Besuch ein starkes Signal, das er als Unterstützung der kirgisischen Politik sieht. "Aber Kirgistan hat die Unterstützung auch verdient", sagt er im Hinblick auf die politischen Veränderungen der Ex-Sowjetrepublik.

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