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Welt

Willkommen im Paradies - Mosambiks Weg zu einem nachhaltigen Tourismus

Mosambik - herrscht dort nicht Bürgerkrieg und Hunger? Die meisten Menschen haben falsche Vorstellungen von dem ostafrikanischen Land. Es entwickelt sich zu einem aufstrebenden Ferienziel mit viel Potential.

Sonnenaufgang am Strand mit Palmen

Ein irdisches Paradies - doch wie lange noch?

Der Bürgerkrieg in Mosambik ist längst vorbei. Die Regierung versucht, das Land wirtschaftlich voran zu bringen. Aber vor allem in ländlichen Gegenden herrscht noch viel Armut und Arbeit ist Mangelware. Die Tourismusindustrie könnte vielleicht Abhilfe schaffen. Denn Mosambik gilt als sicher und hat eine 2000 Kilometer lange Küste mit einsamen und unberührten Stränden - ohne Hochhäuser, ohne Verschmutzung, ohne Lärm.

Luxustourismus im Nationalpark

Nordöstlich der mosambikanischen Hauptstadt Maputo im Indischen Ozean liegt eines der faszinierendsten Touristenziele – der aus fünf Inseln bestehende Nationalpark von Bazaruto. Hier findet man luxuriösen Strand- und Tauchtourismus in traumhafter Natur. Der Bazaruto Archipel ist auch ein Tierparadies: Meeresschildkröten sind hier zu Hause, Delfine, Wale und fast zweihundert verschiedene Vogelarten.

Insel mit Sanddünen und grüner Vegetation

Der Bazaruto Nationalpark ist bei Touristen beliebt

Doch je mehr Touristen kommen - und kommen sollen sie, weil sie mit harter Währung bezahlen -, desto größer ist die Gefahr, dass das irdische Paradies zerstört wird. Seit einigen Jahren engagieren sich einheimische und ausländische Umweltschützer für den Erhalt des Parks "Wir versuchen, internationale Unterstützung zu bekommen, damit mosambikanische Mitarbeiter für die Parkverwaltung ausgebildet werden", sagt Helena Motta vom World Wide Fund For Nature. Der Nationalpark solle irgendwann mal selbstständig verwaltet werden.

Wer macht den Profit?

Stand mit Meer und einfachen kleinen Booten

Mosambikaner profitieren bisher kaum vom Tourismus

Bislang finden nur wenige Mosambikaner Arbeit in der Tourismusbranche. Fast alle Hotelbesitzer in Mosambik sind Ausländer. Und weil nur wenige Gäste kommen, gibt es nur eine begrenzte Anzahl von Arbeitsplätzen, meist als Zimmermädchen, Kellner, Koch oder beim Empfang. "Der Krieg ist vorbei, der Tourismus wieder angekurbelt", sagt ein Mosambikaner, "aber den Menschen fehlt es dennoch an allem. Es gibt nicht genügend Schulen und Krankenhäuser."

Auch in der Geschäftsführung der Hotels finden sich nur wenige Mosambikaner, die meisten Mitarbeiter sind Südafrikaner oder Portugiesen. Um diesen Trend umzukehren, bedarf es noch einiger Anstrengungen. Vor allem die Ausbildung muss verbessert werden. Zwei Universitäten in Mosambik haben sich dieses Problems angenommen und das Fach Tourismus in ihre Lehrpläne aufgenommen.

Tourismusbranche selber gestalten

Dorfplatz mit Menschen, im Hintergrund sind Berge und Wälder

Im Landesinneren entstehen Ökotourismusprojekte

"Eine Geschäftsführung mit mosambikanischen Mitarbeitern wird unseren Werten und unserer Mentalität besser gerecht", sagt Mario Jessen, Direktor der Eduardo Mondlane Universität. "Nur so können wir unsere Kultur erhalten." Vorbildcharakter haben einige Ökotourismusprojekte im Landesinneren von Mosambik, von denen die örtlichen Gemeinden direkt profitieren. Dort werden die Einwohner eingebunden und finden zum Beispiel als Fremdenführer Arbeit. Und damit ein Einkommen in der Tourismusindustrie.

Autoren: Juvenal Rodrigues und Frederico Dava

Redaktion: Peter Koppen

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