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Deutschland

"Willen braucht man. Und Zigaretten"

Er konnte es auf den Punkt bringen und dabei auch provozieren. Seine Bonmots waren schon Legende, da war er noch politisch aktiv. Helmut Schmidt in Auszügen: Wir zitieren.

"Ehrlichkeit verlangt nicht, dass man alles sagt, was man denkt. Ehrlichkeit verlangt nur, dass man nichts sagt, was man nicht auch denkt."

Ohne Worte.

"Während wir hier im Kabinett reden, hauen die in Kiel dem Rektor auf die Fresse und scheißen im Gerichtssaal auf den Tisch."

Schmidt konnte erfrischend derb sein. Ende der 1960er Jahre fasste er unmissverständlich zusammen, was er von den Studentenprotesten hielt: nämlich nichts!

"Intellektuelle neigen immer zu Spinnereien."

Eine kleine Koketterie. Schmidt bezeichnete sich immer als zu "den kleinen Leuten" zugehörig. Gleichwohl zählte er selbst zu den Intellektuellen und hielt lebenslang enge Verbindungen und Freundschaften zu Künstlern, Literaten und Musikern.

Helmut Schmidt am Flügel (Foto: DPA)

Der feinsinnige und musikalische Schmidt. Kanzler mit Flügel Dezember 1978.

"Das Schneckentempo ist das normale Tempo jeder Demokratie."

Ohne Worte.

"Keine Begeisterung sollte größer sein als die nüchterne Leidenschaft zur praktischen Vernunft."

Sein Leitmotiv für politisches Handeln.

"Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen."

Er will das nur einmal gesagt haben, aber es ist wohl das Bonmot von Schmidt. Warum? Weil es indirekt auf Willy Brandt gemünzt war, der als politischer Visionär galt.

"Ich halte den Sozialstaat, wie wir ihn in Deutschland und anderen Staaten kennen, für die größte Kulturleistung, die die Europäer im Lauf dieses schrecklichen 20. Jahrhunderts zustande gebracht haben."

Ohne Worte.

"Memoiren sind eine Verleitung, die eigene Nase schöner zu malen, als sie ist."

Ohne Worte.

"Die multikulturelle Gesellschaft ist eine Illusion von Intellektuellen."

Darüber ließe sich streiten.

Deutschland Bundeskanzler Helmut Schmidt Kanzleramt (Foto: Bonn picture-alliance/dpa)

Die Kommandozentrale: Helmut Schmidt an seinem Schreibtisch im Bonner Kanzleramt.

"Nichts ist wichtiger als Seelsorge für Menschen in Not. (…) Für mich ist nichts unwichtiger als Theologie."

Ohne Worte.

"Wenn man genau hinschaut, dann sieht man, dass die politischen Journalisten eigentlich mehr zur politischen Klasse gehören und weniger zum Journalismus."

Da ist was dran.

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