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Aktuell Deutschland

Wilders-Auftritt erregt Dresdner Gemüter

Der Rechtspopulist Wilders aus den Niederlanden ist Gastredner der islamfeindlichen "Pegida" in Dresden. Die hofft auf ihre politische Renaissance. Die Polizei fürchtet Eskalation und Gewalt.

Die Staatsmacht versucht, die verfeindeten Gruppierungen in der sächsischen Metropole auseinanderzuhalten und zwischen den Fronten zu schlichten. Gegen den Auftritt des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders bei der islamkritischen Bewegung "Pegida" in Dresden darf nicht in Sicht- oder Hörweite protestiert werden. Dies entschied ein Verwaltungsgericht kurz vor der abendlichen Kundgebung.

Ein Eilantrag des Bündnisses "Dresden Nazifrei" gegen die Auflagen wurde abgelehnt. Die Stadt hatte Kundgebungen in unmittelbarer Nachbarschaft der "Pegida" verboten. Ein Großaufgebot von Polizei wurde aufgefahren, das Kundgebungsgelände weiträumig abgeriegelt.

Die Dresdner Richter sahen ausreichende Anhaltspunkte dafür, dass die Gegenveranstaltung darauf aus sei, die Montagsdemonstration der Islamgegner zu verhindern. Die selbst ernannten "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (=Pegida) erwarteten bis zu 30 000 Teilnehmer.

Mehr als Tausend Menschen versammelten sich unterdessen bei verschiedenen Kundgebungen gegen den Wilders-Auftritt. An einem Sternlauf unter der Motto "Vielfalt statt Einfalt" beteiligten sich neben Linken, SPD und Grünen unter anderem auch Studenten- und Schülerinitiativen sowie der Ausländerrat. Auch die Grünen-Bundesvorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir wurden gesehen.

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) rügte zu Beginn einer der Gegenkundgebungen, "Pegida" hole Rechtspopulisten nach Dresden, um für ihre Interessen zu werben. "Dem müssen wir uns entgegensetzen". Grünen-Landesvorstandssprecher Jürgen Kasek sagte, in Sachsen gebe es eine Zivilgesellschaft, die nicht unkommentiert lasse, "dass Menschen auf die Straße gehen und Hass verbreiten".

"Ausländerfeinde haben in unserer Stadt keinen Platz", sagte der amtierende Bürgermeister Dirk Hilbert. Er wolle alles tun, damit Dresden nicht zu einem Wallfahrtsort für Rechte werde...

SC/sti (dpa, afp, APE)