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Fokus Osteuropa

Wiktor Subkows Weg an die Spitze der Staatsmacht

Den Posten des russischen Premiers soll Wiktor Subkow übernehmen – ein Mann im Rentenalter, der im Lande als der wichtigste Jäger schmutzigen Geldes gilt. Subkows und Wladimir Putins Wege kreuzten sich in St. Petersburg.

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Wiktor Subkow schließt Präsidentschaftskandidatur nicht aus

Wiktor Subkow wurde am 15. September 1941 in der Siedlung Arbat im Gebiet Swerdlowsk geboren. Sein Arbeitsleben begann er als Schlosser im Kombinat Seweronikel. 1960 zog er um nach Leningrad, wo er am Institut für Landwirtschaft studierte. Danach diente er in der Armee.

Zwischen 1967 und 1985 war er im Gebiet Leningrad in verschiedenen Ämtern tätig – angefangen als Abteilungsleiter und schließlich als Chef des Sowchosen-Verbandes. Über das Exekutivkomitee eines der Bezirke des Gebiets Leningrad führte sein Weg zum Posten des stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für auswärtige Beziehungen der Stadtverwaltung von St. Petersburg. Ab 1993 war er sechs Jahre lang Leiter der Staatlichen Steuerbehörde in St. Petersburg. Zwischen 1999 und 2001 war er stellvertretender Minister, zuständig für Steuern und Abgaben. Dann übernahm er die Leitung der russischen Finanzaufsichtsbehörde.

Verwandtschaft und Geld

Geld, oder eher gesagt die Jagd danach, sowie verwandtschaftliche Beziehungen spielten durchaus eine wichtige Rolle in Subkows Karriere. Eine Etappe seiner Biografie, in der sich übrigens die Wege von Wiktor Subkow und Wladimir Putin kreuzten, war der Bericht des Chefs der russischen Finanzaufsicht an das Staatsoberhaupt im Frühjahr 2003. Subkow berichtete damals über die Vorbereitungen zum Beitritt Russlands zur internationalen Organisation zur Bekämpfung von Geldwäsche, FATF.

Im selben Jahr wurde in Russland der Chef des Konzerns Yukos, Michail Chodorkowskij, festgenommen. Und schon vier Jahre später, im Vorfeld des Besuchs von Revisoren der FATF, erklärte Wiktor Subkow, "derzeit gibt es in Russland mehr als 120 Wege, Einnahmen zu legalisieren, die auf verbrecherische Weise erzielt wurden".

Was die Verwandtschaft betrifft, so arbeitete Subkows Schwiegersohn in der jetzigen Regierung. Seine einzige Tochter ist mit Verteidigungsminister Anatolij Serdjukow verheiratet. Die beiden Staatsdiener sind ebenfalls durch eine gemeinsame Vergangenheit in der Steuerbehörde von St. Petersburg verbunden.

Lob und steile Karriere

Die russische Zeitung RBK Daily weist darauf hin, dass diesmal Finanzminister Aleksej Kudrin, der bekanntlich auch aus St. Petersburg stammt, Subkows Verdienste würdigte: Subkow sei ein legendärer Mann, der viel für den Aufbau der Wirtschaft im Gebiet Leningrad und die Bekämpfung von Geldwäsche getan habe, hieß es.

Subkows Weg an die Spitze der Staatsmacht verlief dieses Jahr steil nach oben. Das blieb von der staatlichen Rossijskaja gaseta nicht unbemerkt. Ende März erhielt der Leiter der Finanzaufsichtsbehörde das interessante Angebot, Senator zu werden. Im Winter wurde er von der Partei Einiges Russland im Gebiet Omsk für dieses Amt vorgeschlagen und im Sommer im Gebiet Leningrad. Dort war für den 19. September eine Sitzung anberaumt. Erwartet wurde ein Beschluss, wonach Subkow Senator des Gebiets Leningrad wird. Wie sich nun aber herausstellte, soll Subkow Premierminister werden. Inzwischen erklärte er zudem, er schließe eine Präsidentschaftskandidatur bei den Wahlen im kommenden Frühjahr nicht aus.

Jegor Winogradow
DW-RADIO/Russisch, 13.9.2007, Fokus Ost-Südost