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Aktuell Welt

Wikileaks veröffentlicht gehackte Sony-Dokumente

Fünf Monate nach einem Hackerangriff auf Sony Pictures hat die Enthüllungsplattform Wikileaks Hunderttausende Unterlagen und E-Mails des Unternehmens in ein Online-Archiv gestellt.

Die Dokumente sollten der Öffentlichkeit zugänglich sein, schrieb der Mitbegründer der Enthüllungsplattform, Julian Assange, in einer Wikileaks-Mitteilung. Die Unterlagen böten einen "seltenen Einblick in die inneren Abläufe eines großen, verschlossenen multinationalen Unternehmens". Nach Angaben von Wikileaks handelt es sich um rund 30.000 Unterlagen sowie mehr als 170.000 E-Mails aus einem Schriftwechsel mit mehr als 2200 Adressaten. Die Unterlagen könnten nun für Recherchezwecke nach Namen und anderen Begriffen durchsucht werden.

Wikileaks-Gründer Julian Assange (Archivfoto: AP)

Wikileaks-Mitbegründer Julian Assange

Laut Wikileaks hat Sony Pictures Verbindungen zum Weißen Haus, zur Demokratischen Partei von Präsident Barack Obama sowie zur Rüstungsindustrie und könne Einfluss auf die Gesetzgebung in den USA nehmen. Die Unternehmensunterlagen seien "berichtenswert", weil sie "im Zentrum eines geopolitischen Konflikts" stünden, erklärte Assange.

Hackerattacke aus Nordkorea?

Sony Pictures war im November 2014 von Hackern mit dem Namen "Guardians of Peace" angegriffen worden, die in der Folge persönliche Daten von 47.000 Mitarbeitern und von einigen Filmstars veröffentlichten. Sie verbreiteten auch Informationen über Konzernfinanzen, Drehbücher und Filmproduktionen.

Die USA sehen Nordkorea als Drahtzieher hinter der Cyber-Attacke. Die Hacker hatten das Unternehmen aufgefordert, den Film "The Interview" nicht zu veröffentlichen Sony Pictures zog die Komödie, in der es um ein fiktives Mordkomplott gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un geht, zwischenzeitlich zurück. Nach massiver Kritik an der Sperre des Satire-Films – unter anderem auch von US-Präsident Barack Obama - brachte Sony Pictures den Film am erstem Weihnachtsfeiertag dann doch in die US-Kinos.

Sony verurteilte nun das Vorgehen von Wikileaks. Die Enthüllungsplattform spiele den Hackern in die Hände, die Sony-Mitarbeitern schaden wollten, erklärte das Unternehmen. Der Hackerangriff sei ein "bösartiger krimineller Akt" gewesen. Nun veröffentliche auch Wikileaks gestohlenes Material.

Assange stimmt Verhör zu

Im Streit um einen schwedischen Haftbefehl hat Wikileaks-Gründer Julian Assange einem Verhör in der ecuadorianischen Botschaft in London laut einem Medienbericht zugestimmt. "Wir haben den Anklägern eine Bestätigung geschickt", sagte sein Anwalt Thomas Olsson der Zeitung "Dagens Nyheter". Die schwedischen Staatsanwälte hatten sich lange geweigert, Assange in London zu Vorwürfen der sexuellen Belästigung von zwei Frauen aus dem Jahr 2010 zu befragen.

Auf ein Verhör in Schweden wollte sich der Australier, der sich seit bald drei Jahren in der Botschaft aufhält, aus Furcht vor einer Auslieferung an die USA aber nicht einlassen. Weil sie unter Zeitdruck stehen, kommen die Schweden nun doch nach London: Einige der Taten, derer Assange verdächtigt wird, werden im August verjähren.

sp/kle (ape, afp)