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Politik

Wikileaks-Gründer Assange vorerst wieder frei

Der Gründer des Internet-Enthüllungsportals Wikileaks, Julian Assange, ist auf Kaution und unter Auflagen aus der Haft entlassen worden. Bedenken schwedischer Staatsanwälte wischten die Richter in London vom Tisch.

Julian Assange (Foto: AP)

Nach der Freilassung: Julian Assange

Unter den Sympathisanten des 39-jährigen Australiers vor dem Gerichtsgebäude im Zentrum Londons brach am Donnerstag (16.12.2010) unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Entscheidung Jubel aus. Bereits in erster Instanz war ihrem Idol am Dienstag die Freilassung gegen Sicherheitsleistungen in Höhe von umgerechnet fast 290.000 Euro garantiert worden.

WikiLeaks-Sympathisant hält Plakat mit seinem Idol (Foto: EPA)

Vor Gericht immer von Sympathisanten begleitet

Dagegen wurde jedoch aus dem schwedischen Göteborg Berufung eingelegt. Assange war wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs zweier Frauen auf Grundlage eines EU-weiten Haftbefehls aus Schweden seit mehr als einer Woche in britischer Untersuchungshaft.

Strenge Auflagen

Die Freilassung von Assange ist nach dem Willen seiner Richter neben der Kaution an strenge Auflagen geknüpft. Er muss eine elektronische Fußfessel tragen, sich auf dem Landsitz eines befreundeten Journalisten in Ellingham Hall in der ostenglischen Grafschaft Suffolk aufhalten und soll sich zudem täglich bei der Polizei melden.

Die Anwälte des 39-Jährigen halten die Vorwürfe der schwedischen Justiz gegen ihren Mandanten für politisch motiviert. Sie befürchten bei einer Überstellung eine spätere Auslieferung des Australiers an die USA, wo ihm ein Verfahren wegen der jüngsten Veröffentlichung von Geheimdokumenten der US-Diplomatie drohen könnte.

Anklage wegen Verschwörung?

Wikileaks-Webseite durch eine Brille gesehen (Foto: dpa)

US-Staatsanwälte ermitteln gegen Wikileaks

Nach Informationen der "New York Times" prüft die US-Staatsanwaltschaft bereits, ob es direkte Verbindungen zwischen dem mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning und Assange gab. Ermittelt werden solle, ob dieser den Gefreiten der US-Armee möglicherweise aktiv angestiftet hat, Dokumente der US-Regierung an Wikileaks weiterzugeben. Sollte dies zu beweisen sein, sei eine Anklage gegen den Australier wegen Verschwörung denkbar, meldete das Blatt weiter.

Ob Assange allerdings zunächst an Schweden ausgeliefert wird, dürfte von der britischen Justiz erst in einigen Wochen oder gar Monaten entschieden werden.

Autor: Gerd Winkelmann (dpa, ap, rtr, afp)
Redaktion: Michael Wehling

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