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Welt

Wikileaks gefährdet laut USA Menschenleben

Die US-Regierung wirft der Enthüllungsplattform vor, durch die Veröffentlichung von geheimen Unterlagen Menschen zu gefährden. Wikileaks hatte zuletzt weitere US-Depeschen verbreitet – oftmals mit den Namen der Quellen.

Die Internetseite von Wikileaks, auf der vertrauliche Depeschen des US-Außenministeriums zu lesen sind (Foto: dpa)

Warum tauchen Originaltexte unter Nennung der Quellen auf?

US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland (Foto: AP)

Regierungssprecherin Nuland: Die USA beobachten Wikileaks

Die Publikation vertraulicher US-Depeschen belaste nicht nur die diplomatischen Beziehungen zu anderen Staaten, sondern gefährde auch das Leben von Menschen, kritisierte US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland am Dienstag (30.08.2011, Ortszeit) in Washington. Nuland betonte, die USA beobachteten die Wikileaks-Enthüllungen weiterhin aufmerksam und versuchten, den dadurch entstehenden Schaden für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten möglichst gering zu halten. Zudem werde alles getan, um Menschen, die durch die Veröffentlichungen geschädigt würden, zu helfen.

Neun Monate, nachdem Wikileaks interne Mitteilungen amerikanischer Diplomaten enthüllt hat, sorgen jetzt Medienberichte für Wirbel, wonach nun auch die unredigierten Originaltexte im Internet aufgetaucht sind. Laut eines Berichts der "New York Times" enthalten die neuesten Veröffentlichungen von rund 134.000 vertraulichen und geheimen Dokumenten in zahlreichen Fällen die Namen der Quellen - darunter Einzelpersonen und Firmen. Wikileaks hatte bereits im vergangenen Jahr damit angefangen, einen Teil von 250.000 geheimen Depeschen der US-Diplomatie im Internet zu publizieren. Die jetzt erschienenen Dokumente sind der zweite Teil dieser Veröffentlichung.

Die Preisgabe der bislang geschwärzten Namen von Informanten habe bei Regierungsbeamten Besorgnis ausgelöst, berichtete das US-Nachrichtenportal politico.com. Das Magazin "Der Spiegel" berichtete, die Existenz der unredigierten Dokumente im Netz sei schon seit Monaten bekannt. Jetzt werde dies aber von Seiten des Wikileaks-Aussteigers Daniel Domscheit-Berg genutzt, um den Vorwurf zu belegen, dass die Daten bei der Plattform nicht sicher seien.

Australien schließt sich Kritik an

Australien warf Wikileaks ebenfalls vor, mit den Quellen der veröffentlichten Unterlagen "unglaublich verantwortungslos" umzugehen. So kritisierten die Australier insbesondere, dass die Plattform geheime US-Depeschen veröffentlicht habe, die genaue Angaben zu Australiern mit mutmaßlichen Verbindungen zu jemenitischen Terroristen enthielten, sagte der australische Generalstaatsanwalt Robert McClelland.

Wikileaks wies die Vorwürfe als "total falsch" zurück, es sei nicht für die Pannen verantwortlich. "Es gab keinen Wikileaks-Fehler", twitterte die Enthüllungsplattform. Fehler gebe es nur in der Berichterstattung der "Mainstream-Medien". Wikileaks erklärte zudem, am Dienstagabend Opfer eines Hackerangriffs geworden zu sein. Die Website "Wikileaks.org wird derzeit angegriffen", teilte die Gruppe über Twitter mit. Kurze Zeit später war die Website gesperrt.

Wikileaks-Streit weitet sich aus

Wikileaks-Gründer Julian Assange (Foto: dpa)

Wikileaks-Gründer Assange sieht seine Plattform mit schweren Vorwürfen konfrontiert

Die Medienberichte von den unredigierten Originaltexten im Internet weiten den Streit zwischen Wikileaks-Gründer Julian Assange und dem Aussteiger Domscheit-Berg aus. Assange warf Domscheit-Berg "ein gesteigertes Maß an Niedertracht" vor, denn er habe Absprachen und Selbstverpflichtungen gebrochen. Domscheit-Berg habe Journalisten Hinweise zur Öffnung verschlüsselter Dateien gegeben, heißt es in einem Schreiben des Berliner Anwalts von Assange, Johannes Eisenberg. Eisenberg beschuldigte Domscheit-Berg, Informationen zu verbreiten, "um damit die Reputation von Wikileaks zu schädigen".

Wikileaks und mehrere Medien, die mit Assange kooperieren, haben nach eigenen Angaben in ihren Veröffentlichungen stets die Namen von Informanten geschwärzt, um diese vor Übergriffen zu schützen.

Autorin: Naima El Moussaoui (afp, dap, dapd)

Redaktion: Julia Elvers-Guyot

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