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Amerika

Wikileaks-Affäre kommt vors Kriegsgericht

Der Vorwurf lautet auf "Geheimnisverrat", als Strafe droht der Tod: Der US-Obergefreite Bradley Manning muss sich als mutmaßlicher Wikileaks-Informant vor einem Militärgericht verantworten.

Der US-Obergefreite und mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning (Foto: dapd)

"Emotional instabil": US-Soldat Bradley Manning

Bradley Manning wird der größte Geheimnisverrat in der US-Geschichte vorgeworfen. Zu den 22 Anklagepunkten gegen den 24-jährigen Obergefreiten gehört auch "Unterstützung des Feindes". Sollte er in diesem Anklagepunkt schuldig gesprochen werden, droht ihm die Todes- oder zumindest eine lebenslange Gefängnisstrafe. Die Entscheidung, Manning vor ein Kriegsgericht zu stellen, traf der Kommandeur des Militärbezirks Washington, Generalmajor Michael Linnington. Im nächsten Schritt wird ein Richter ernannt, der dann den Prozessbeginn festlegt.

Schwerwiegende Vorwürfe

Manning wird beschuldigt, mehr als 700.000 geheime US-Dokumente und der Geheimhaltung unterliegende Videoaufnahmen von Kampfeinsätzen im Irak und in Afghanistan an die Internet-Plattform Wikileaks weitergegeben zu haben. Die Veröffentlichung der skandalträchtigen Unterlagen zwischen Juli 2010 und September 2011 hatte weltweit für Wirbel gesorgt und die US-Regierung in eine diplomatische Krise gestürzt.

Seine Anwälte beschreiben Manning als einen emotional instabilen jungen Mann, der nie im Irak hätte stationiert und dort auch keinen Zugang zu geheimen Informationen hätte erhalten dürfen. Bei einer vorläufigen Anhörung im Dezember hatte die Militärstaatsanwaltschaft erklärt, sie habe Beweise dafür, dass Manning eine halbe Million Berichte aus dem Irak und Afghanistan, tausende diplomatische Kabel und ein Video von einem tödlichen Hubschrauberangriff elektronisch an Wikileaks übertragen habe.

"Nur geringer Schaden"

Unterstützer fordern die Freilassung von Bradley Manning (Foto: dpa)

Unterstützer fordern die Freilassung von Bradley Manning

Die Verteidigung führte dagegen an, auch andere hätten Zugang zu Mannings Computern gehabt. Seine Schwierigkeiten mit Sicherheitsvorschriften und sein zunehmend aggressives Verhalten hätten außerdem jeden Zugang zu geheimen Informationen ausschließen müssen. Außerdem habe die Veröffentlichung der nationalen Sicherheit keinen oder nur einen geringen Schaden zugefügt.

Mannings Anhänger, die sich in der Bradley Manning Support Group zusammengeschlossen haben, beschrieben das Kriegsgericht gegen ihn als grundlegend ungerecht. Die Regierung schulde allen Amerikanern eine ehrliche Erklärung für diese außergewöhnliche Vergeltungsmaßnahme gegen Manning, sagte einer der Organisatoren, Jeff Paterson.

rb/wl (afp, dapd, dpa, rtr)

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