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Presse

Wiedersehen nach 18 Jahren

Bonn/Addis Abeba – Am Horn von Afrika gehören kriegerische Auseinandersetzungen zum Alltag. Immer wieder finden Familien, die einen Angehörigen vermissen, über das Amharische Programm der Deutschen Welle zusammen.

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Negatua Ketema aus der Amharischen Redaktion

Eher zufällig hörte Belay Tilahun im Hörermagazin des Amharischen Programms die Suchmeldung nach Haylegnaw Melaku – seinem Neffen. Tilahun meldete sich bei der DW und teilte Redakteurin Negatua Ketema die Telefonnummer Melakus mit. So konnten dessen Ehefrau Ferihiyo Iman Mehadi und Tochter Titi, die sich in einem Flüchtlingslager in Kenia befanden, ihn endlich kontaktieren. Der Gesuchte war gefunden – nach 18 Jahren der Trennung.

Bitte richten Sie allen in der Deutschen Welle unseren herzlichen Dank aus, dass sie uns diese Möglichkeit gegeben haben. Möge Gott Sie und ihre Familie beschützen", schrieb später der Vermittler Abiy Eshete. Er hatte die beiden Frauen in dem Flüchtlingslager in Kenia getroffen und die Suchmeldung an die DW geschickt.

Der Vater Melaku, zuvor kein DW-Hörer, teilte später mit, „dass er von nun an keine DW-Sendung mehr verpassen werde“, so Redakteurin Ketema. Sie ließ sich von ihm die komplette Geschichte der Familie erzählen: Als verwundeter äthiopischer Soldat und Flüchtling hatte Melaku damals Mehadi als Krankenschwester in einem Hospital in Somalia kennengelernt. Titi wurde geboren. Nach zwei Jahren kehrte Melaku zurück nach Äthiopien. Seine Ehefrau folgte ihm nicht und blieb mit ihrer Tochter in ihrem Heimatland.

Radiosender und Anlaufstation

Mehr als 60 Suchmeldungen hat Neketa seit 2007, als sie die Idee für diese Familienzusammenführungen hatte, erhalten. Hinzu kommen weitere Meldungen über das Rote Kreuz. „Wir sind mehr als ein Radiosender, wir sind eine Anlaufstation für die Menschen im Zielgebiet“, weiß sie.

Aktive Zuhörer

Rund 10.000 Zuschriften – Briefe und E-Mails – habe das Amharische Programm im vergangenen Jahr erhalten, informiert Ludger Schadomsky, Leiter des Amharischen Programms. „Darüber hinaus rufen täglich Hörer an unserem Hörertelefon an mit Nachrichten, Wünschen, Lob oder Kritik, die wir entweder im Hörermagazin oder bei gegebenem Anlass auch in der täglichen Live-Sendung beantworten. So haben uns während des jüngsten äthiopischen Truppeneinmarsches in Somalia äthiopische Soldaten angerufen, um ihre schlimme Lage zu schildern“, so Schadomsky.

In Äthiopien erreicht das Amharische Angebot der DW wöchentlich 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung.

Ludger Schadomsky ist Experte für Äthiopien, Eritrea, das Horn von Afrika und die Afrikanische Union. Er steht für Interviews, Hintergrundgespräche und Veranstaltungen zur Verfügung. Kontakt: kommunikation@dw-world.de sowie Telefon 0228.429-2041 oder 0228.429-2003.

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