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Fußball

"Wiederholungstäter" Klopp muss zahlen

Jürgen Klopp wird nach seiner neuerlichen Verbannung auf die Tribüne zur Kasse gebeten. Das DFB-Sportgericht belegt den BVB-Coach wegen seines Verhaltens im Spiel gegen Gladbach mit einer Geldstrafe.

Das Bild war nicht neu: BVB-Trainer Jürgen Klopp erlebt den Schlusspfiff eines Spiels seiner Mannschaft auf der Tribüne, diesmal im

heimischen Stadion gegen Borussia Mönchengladbach.

Schiedsrichter Deniz Aytekin ahndete Klopps Verbal-Attacken gegen den vierten Offiziellen an der Seitenlinie. "Herr Klopp hat sich mehrfach unflätig verhalten", soll der Referee nach Informationen der Bild-Zeitung in den Spielbericht eingetragen haben. Das Problem: Es war bereits

das achte Mal in seiner Trainer-Karriere.

Alleine von den Geldstrafen, die der 46-Jährige wegen seiner Ausraster zahlen musste, hätte er sich ein Luxusauto kaufen können. Schon 2004 äußerte er sich als Trainer von Mainz 05 auf dem Kaiserslauterer Betzenberg unsportlich gegenüber dem Schiedsrichter-Gespann. Dafür musste er 2500 Euro zahlen. Drei Jahre später rief er im Spiel seiner Mainzer bei Werder Bremen "Du Idiot" in Richtung Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer. Der DFB verurteilte Klopp zu 12.500 Euro Geldstrafe.

Steigerungen und Entschuldigungen

Trainer Jürgen Klopp rastet in Neapel aus (Foto: EPA/CIRO FUSCO dpa)

In Neapel: Klopps "weltbekannter Gesichtsausdruck"

Als Trainer von Borussia Dortmund legte er erst richtig los: Ende 2008 ging Klopp nach einer Niederlage beim Hamburger SV Jochen Drees und dessen Assistenten erst auf dem Spielfeld, dann in der Schiedsrichter-Kabine wütend verbal an. Es folgte eine 12.000 Euro-Strafe. Beim Spiel in Köln Anfang 2010 verlies Klopp mehrfach seine Coaching-Zone und wurde dafür auf die Tribüne verbannt. Diesmal waren 5000 Euro fällig. Nur zehn Monate später rannte er im Spiel gegen den Hamburger SV nach einem Foul von Zè Roberto an Mario Götze auf den vierten Offiziellen Stefan Trautmann zu und drückte ihm sein Käppi ins Gesicht. Es folgte eine 10.000 Euro-Strafe - gepaart mit der ersten "Einsicht". "Das war nicht in Ordnung", gab Klopp zu und entschuldigte sich bei Trautmann.

Doch dann das gleiche Bild knapp zwei Jahre später in Frankfurt: Der BVB-Coach stürmte in der Nachspielzeit zum vierten Offiziellen Guido Kleve und schrie ihn an. Daraufhin wurde er aus dem Innenraum verwiesen. "Das Gesicht sah nicht gut aus", sagte Klopp im Anschluss und zahlte die fälligen 6000 Euro. Ein weiteres Jahr ging ins Land, dann setze Klopp seinen Verfehlungen die Krone auf: Im September 2013 wurde er im

Champions-League-Spiel beim SSC Neapel

von Schiedsrichter Pedro Proenca nach 30 Minuten auf die Tribüne geschickt. Zuvor hatte er dem vierten Offiziellen aus nächster Nähe ins Gesicht geschrien. Hinterher gab sich Klopp mal wieder reumütig: "Ich mach da draußen 'nen Affen, das geht nicht. Ich bin über das Ziel hinausgeschossen, das war völlig doof." Die UEFA verhängte eine Zwei-Spiele-Sperre für den BVB-Coach.

Keine Besserung in Sicht

BVB-Trainer Jürgen Klopp auf der Trinüne (Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Streit: Selbst auf der Tribüne sorgt Klopp für Ärger

Der neuste Ausraster trug sich also am Samstag (15.03.2014) im Heimspiel des BVB gegen Borussia Mönchengladbach zu. Doch für die Maßnahme von Schiedsrichter Aytekin, ihn auf die Tribüne zu beordern, brachte Klopp diesmal wenig Verständnis auf: "Ich bin in meinem Leben oft zu Recht bestraft worden. Diesmal nicht", hatte er wenige Minuten nach der Partie kommentiert. "Ich habe nur gerufen 'Und da pfeifst du nicht?', allerdings mit meinem inzwischen weltbekannten Gesichtsausdruck. Dafür kann er mich nicht wegschicken." Auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sah keinen Grund für eine Strafe: "Ich muss Jürgen Klopp in diesem Fall zu 100 Prozent in Schutz nehmen. Er hat niemanden beleidigt. Was Klopp getan hat, machen 17 andere Trainer auch."

Ungeachtet dessen belegte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Coach "wegen eines unsportlichen Verhaltens" mit einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro. Diese Summe eingerechnet berappte Klopp für seine Ausraster mittlerweile insgesamt schon 58.000 Euro. Am Samstag waren es einige umstrittene Pfiffe von Aytekin, die an seinem offenbar immer dünner werdenden Nervenkostüm nagten und seinen Adrenalinspiegel in die Höhe trieben. Obwohl Klopp sich im aktuellen Fall zu Unrecht beschuldigt sah, stimmte der Wiederholungstäter dem Urteil zu.

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