1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Deutschland

Wieder war Terrorhelfer NPD-Funktionär

Der als mutmaßlicher Unterstützer der Zwickauer Terrorzelle verhaftete Carsten S. war laut Presse früher ein Funktionär der rechtsextremen NPD in Thüringen. Es war die fünfte Verhaftung von Helfern der Neonazi-Zelle.

Carsten S. (M.) mit Kapuzenjacke zwischen zwei Polizisten (Foto:dapd)

In Düsseldorf festgenommen und zur Bundesanwaltschaft transportiert: Carsten S.

Und wieder führt eine Spur zur NPD: Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, der am Mittwoch dingfest gemachte Sozialarbeiter Carsten S. habe nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes 1999 an der Spitze des NPD-Kreisverbands Jena gestanden. Außerdem habe er dem Thüringer Landesvorstand und als Landesvertreter dem Bundesvorstand der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten angehört.

Beihilfe zum Mord

NPD-Aufmarsch durch Jena mit Plakaten und Polizeieskorte (Foto:dpad)

Die NPD marschiert in Thüringen auf: auch Carsten S. gehörte dort zur Partei

Beamte des Spezialkommandos GSG 9 hatten den 31-Jährigen in Düsseldorf festgenommen. Er soll den rechtsradikalen Terroristen vor zehn Jahren eine Schusswaffe und Munition verschafft haben. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm daher Beihilfe zu sechs Morden und einem Mordversuch vor. Der Mann wurde dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Der Haftbefehl sei in Vollzug gesetzt worden, teilte die Bundesanwaltschaft später mit. Damit befinden sich insgesamt fünf Verdächtige aus dem Umfeld des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) in Untersuchungshaft.

Carsten S. ist der zweite ehemalige NPD-Funktionär, der wegen des Verdachts, dem Neonazi-Trio geholfen zu haben, festgenommen wurde. Bereits seit November sitzt Ralf Wohlleben, der zwischenzeitlich zum stellvertretenden Landeschef der Thüringer NPD aufgestiegen war, als mutmaßlicher Unterstützer der Terrorzelle in Untersuchungshaft. Dieser werden die Morde an neun Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie an einer Polizistin zur Last gelegt.

Vom Neonazi-Milieu gelöst?

Der Anwalt von Carsten S. erklärte, sein Mandant habe sich schon ab 2000 von der rechtsextremen Szene gelöst und sich von ihr distanziert. Zuletzt war dieser als Koordinator für die AIDS-Hilfe in Düsseldorf tätig. Zudem soll er im Schwulenreferat einer Fachhochschule aktiv gewesen sein.

SC/sti (dpa,afp)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema