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Aktuell Afrika

Wieder viele Tote bei Anschlägen in Nigeria

Der blutige Terror in Nigeria nimmt kein Ende. Zwei heftige Explosionen erschütterten einen belebten Markt in der Stadt Jos. Nach Behördenangaben gab es mehr als 40 Tote und ebensoviele Verletzte.

Zwei Autobomben explodierten auf einem gut besuchten Markt in der zentralnigerianischen Stadt Jos. Die Polizei spricht inzwischen von mindestens 46 Todesopfern und mehr als 40 Verletzten. Ein Sprecher der Regionalregierung sagte, die meisten Opfer seien Frauen.

Auch Augenzeugen berichten von zahlreichen Opfern. Blutende Verletzte rannten demnach vom Anschlagsort weg. Rund um den zentralen Markt wurden den Angaben zufolge ein Krankenhaus und andere Gebäude zum Teil schwer beschädigt. Mächtige Rauchwolken lagen über dem Ort des Geschehens. Die Explosionen seien noch mehrere Kilometer vom Anschlagsort entfernt zu hören gewesen. Eine Bombe habe sich in einem Lastwagen befunden, ein anderer Sprengsatz in einem Minibus, berichtete ein Offizier der Spezialeinsatzkräfte. Die Bomben seien im Abstand von wenigen Minuten detoniert.

Unklar ist, wer für die Anschläge verantwortlich ist. Allerdings terrorisiert die islamistische Sekte Boko Haram Nigeria. Die Terrorgruppe ist verantwortlich für den Tod Tausender Menschen seit 2009. Die Organisation mit Kontakten zu nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegern führt im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias seit Jahren einen Krieg für einen islamischen Staat. Immer wieder verüben Boko Haram-Kämpfer Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Kirchen und Schulen.

Mitte April überfielen Boko-Haram-Anhänger eine Schule in der Stadt Chibok im nordöstlichen Bundesstaat Borno und verschleppten weit über 200 Schülerinnen. Noch immer werden 223 von ihnen von den Islamisten festgehalten. Sie drohen damit, die Mädchen als Sklavinnen zu verkaufen, wenn die Regierung in Abuja gefangene Boko Haram-Mitglieder und deren Angehörige nicht freilässt. Bisher fehlt trotz der Unterstützung von amerikanischen und europäischen Experten und dem Einsatz von Aufklärungsflugzeugen noch jede Spur von den Jugendlichen.

Nigerias Regierung wendet sich an UN-Sicherheitsrat

Nigerias Regierung forderte den UN-Sicherheitsrat am Dienstag offiziell auf, Boko Haram als Terrororganisation einzustufen und wegen ihrer Verbindungen zu Al-Kaida auf die Sanktionsliste gegen das Terrornetzwerk zu setzen. Falls keines der 15 Mitglieder des UN-Gremiums Einspruch erhebt, tritt die Maßnahme am Donnerstagabend in Kraft. Die Verhängung internationaler Strafmaßnahmen wie Reiseverbote, Kontosperrungen und Waffenembargos war am Samstag bei einem Krisengipfel in Paris vorgeschlagen worden, zu dem sich Nigeria und mehrere Nachbarländer sowie Vertreter der EU und der USA getroffen hatten. Bei der Konferenz vereinbarten Nigerias Präsident Goodluck Jonathan und seine Kollegen aus Kamerun, Niger, Tschad und Benin auch einen gemeinsamen Aktionsplan, um Boko Haram zu bekämpfen.

qu/kle (afp, dpa, ape, rtre)