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Afrika

Wieder Unruhen nach Wahlen in Togo

Bei Protesten gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl ist es am Dienstag (09.03.2010) zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gekommen. Dutzende Oppositionsanhänger wurden verletzt. Tote soll es aber nicht gegeben haben.

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Die Opposition zweifelt am Wahlergebnis

Die Polizei ging mit Tränengas gegen die rund 1.000 Oppositionsanhänger vor, die sich trotz eines Demonstrationsverbots
zu einem Protestmarsch in der Hauptstadt Lomé versammelt hatten.
Bereits am Montag (08.03.2010) hatte die Polizei eine Protestkundgebung verhindert.
Mit 61 Prozent der Stimmen hat Amtsinhaber Faure Gnassingbé die Präsidentschaftswahlen in Togo gewonnen. Die Opposition zweifelt am Ergebnis, auch internationale Institutionen sind skeptisch - und fordern Besonnenheit.Nach Bekanntgabe der Stimmenzahlen durch die Nationale Unabhängige Wahlkommission (CENI) rief UN-Chef Ban Ki Moon die Bevölkerung am Sonntagabend (07.03.2010) auf, Ruhe zu bewahren. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen ermahnte alle politischen Führer und ihre Anhänger, den friedlichen Ausgang des Wahlprozesses nicht zu gefährden. Mögliche Zweifel an dem Stimmenergebnis sollten auf dem rechtlichen Weg vorgebracht werden und von Seiten der zuständigen Institutionen "fair und offen" überprüft werden.

EU-Beobachter: Wahl nicht transparent

Goethe Institut in Togo verwüstet

Das verwüstete Goethe-Institut in Togo

Faure Gnassingbé stärkster Herausforderer, Jean-Pierre Fabre von der Oppositionspartei UFC, kam nach dem am Samstag (06.03.2010) veröffentlichten Ergebnis auf knapp 34 Prozent. In der Hauptstadt Lomé gab es zunächst heftige Proteste, nach der Festnahme von zwölf Oppositionellen blieb es am Sonntag jedoch ruhig.

Wahlbeobachter der Europäischen Union kritisierten den Ablauf der Wahl als nicht transparent. In einer Erklärung hieß es, da es keine Möglichkeit zur Überprüfung der Stimmzettel gegeben habe, sei Misstrauen angebracht.

Gnassingbé ist der Sohn des langjährigen Militärdiktators Gnassingbé Eyadema. Das Militär hatte ihn nach dem Tod seines Vaters 2005 als Staatsoberhaupt eingesetzt. Wenige Monate später wurde er bei einer Wahl als Präsident bestätigt, doch auch damals waren Betrugsvorwürfe laut geworden. Bei gewaltsamen Protesten gegen das Ergebnis starben nach Angaben der Vereinten Nationen zwischen 400 und 500 Menschen. Damals wurde auch das Goethe-Institut in der Hauptstadt Lomè überfallen und niedergebrannt. Im Schnitt halten sich etwa 300 Deutsche dauerhaft in Togo auf.

Wirtschaftliche Schwierigkeiten

Kobaltmine in Kongo

Wirtschaft im Sinkflug - trotz reicher Bodenschätze

Das westafrikanische Land liegt wirtschaftlich am Boden. Ein Drittel der rund 6,4 Millionen Einwohner des tropischen Agrarlandes muss mit weniger als 70 Euro-Cent am Tag auskommen. Die nur knapp 57.000 Quadratkilometer große Republik verfügt über die viertgrößten Phosphatvorkommen der Welt. Als Folge von Missmanagement sank die Jahresproduktion aber von 3,4 Millionen Tonnen 1997 auf 840.000 Tonnen im Jahr 2008. Die Baumwollproduktion fiel in diesem Zeitraum von 187.000 auf 42.000 Tonnen. Auch die Ergebnisse bei den wichtigen Exportgütern Kaffee und Kakao gingen stark zurück. Bis Ende des Ersten Weltkrieges war Togoland deutsche Kolonie, bis zur Unabhängigkeit 1960 stand es unter französischer Verwaltung.

Autor: Dirk Bathe (dpa/rtr/dw)

Redaktion: Carolin Hebig

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